Thursday, April 21, 2022

Testbericht: Saucony Peregrine 12 - leichter und komfortabler (Trail-) Allrounder! (German)

Artikel von Marcel Krebs & Nils Scharff


Link zum englischen RTR-Test des Saucony Peregrine 12: HIER

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Saucony Peregrine 12 (150€)

Einleitung

Marcel: Gut ein Jahr ist es nunmehr her, dass Nils und ich den Peregrine 11 testen durften (unseren entsprechenden Testbericht findet ihr hier). Dieser kam in zwei Varianten auf den Markt: Dies war zum einen der direkte Vorgänger des Saucony Peregrine 12, der Perergrine 11 (ohne weiteren Namenszusatz), den Nils testen konnte. Darüber hinaus konnten wir gemeinsam den Saucony Peregrine ST unter die Lupe nehmen, der speziell für weiche bzw. matschige Untergründe entwickelt wurde und daher neben einer größeren Profiltiefe auch ein entsprechendes besonders Schmutzabweisendes und -undurchlässiges Obermaterial erhielt. In diesem Jahr hat Saucony diese beiden Modellvarianten verschmolzen. Wie sich die Neuauflage in der Praxis bewährt hat und inwieweit es gelungen ist, das Beste aus beiden Modellvarianten zu vereinen, erfahrt ihr in den nachfolgenden Abschnitten. 

Nils: Wie Marcel schon sagt, durften wir auch letztes Jahr schon den letztjährigen Peregrine 11 testen. Auf meinen Heimattrails bin ich meist in weniger technischen und Road-to-Trail Gefilde unterwegs. Dort bin ich mit dem Peregrine nicht richtig warm geworden. Die Mittelsohle war mir einfach zu fest. In den Bergen konnte der Schuh dagegen glänzen, doch leider bin ich da nur im Urlaub und entsprechend viel zu selten. Meine Hoffnung für den diesjährigen Peregrine ist also vor allem ein etwas weniger harsches Laufgefühl. Zusätzlich hat Saucony schon vorab nicht unerhebliche Gewichtseinsparungen in Aussicht gestellt. Zu diesen sagt man natürlich weder als Schuhtester noch als Läufer nein. Es wird spannend zu sehen sein, was Saucony an Ihrem Trail-Klassiker alles geändert hat, um ihn abzuspecken.

Pro & Contra


Pro:

  • Marcel/Nils: Deutlich leichter als der Vorgänger

  • Marcel/Nils: Hervorragende Passform & Komfort

  • Marcel/Nils: Sehr guter Sitz auch auf technischen Downhill-Passagen

  • Marcel: Zehenbox auch für breitere Füße geeignet

  • Marcel: Guter Grip auf unterschiedlichen Untergründen

  • Marcel/Nils: Top Preis-/Leistungsverhältnis!

  • Nils: Läuft sich sehr leichtfüßig und präzise


Contra:

  • Marcel: Mittelsohle könnte etwas reaktiver sein

  • Marcel/Nils: Limitierter Einsatzbereich aufgrund eingeschränkter Dämpfungseigenschaften

  • Nils: Die Mittelsohle ist mir nach wie vor zu fest für müde Beine während des Marathontrainings

Tester: 

Marcel ist ein begeisterter Trail- und Hindernisläufer (OCR), der zunehmend auch den Straßenlauf für sich entdeckt. Neben seiner Faszination für Laufschuh-Innovationen für Straße und Trail begeistert sich Marcel auch für technische Gadgets aller Art.


Aktuell fokussiert sich Marcel auf sein Training und entsprechende Qualifikationswettkämpfe für den UTMB, den er in 2023 laufen möchte. Wer zudem einen vergleichsweise breiten Vorfuß hat, sollte sich Marcel’s Eindrücke von den getesteten Modellen genauer ansehen.


Nils Scharff

Ich bin 31 Jahre jung, gebürtig aus Kassel, verheiratet mit einer wunderbaren Ehefrau und mache seit mittlerweile 6 Jahren Heilbronn und seine umliegenden Weinberge laufend unsicher. Ich habe schon mein ganzes Leben lang alle möglichen Sportarten betrieben, oft 5-7 Mal die Woche. Neben dem Laufen sind seit einigen Jahren das Klettern und Bouldern meine Sportarten. Als Läufer sehe ich mich seit erst drei Jahren. Begonnen hat alles mit einem Firmenlauf, in den ich nicht ganz unvorbereitet starten wollte. Ab dem Punkt habe ich einfach nicht mehr aufgehört. In 2017 waren es „nur“ knapp 1000 Laufkilometer, in 2018 das Doppelte, 2019 schon das Dreifache. Wichtig während all dieser Kilometer sind mir, egal ob auf Trail oder Straße, vor allem das Abschalten und die Bewegung in der Natur. Auf dem Laufband oder mit Kopfhörern werdet ihr mich nur sehr selten antreffen. Ich bin in der Zwischenzeit sieben Marathons gelaufen, die PB von 2:55:19h habe ich letztes Jahr beim Berlin Marathon aufgestellt. Im Wettkampf laufe ich grundsätzlich alle Distanzen von 5km (17:32min), 10km (36:15min) über Halbmarathon (1:19:35h) bis eben zum Marathon.


 

 

Daten

Gewicht:

  Offiziell: 272 (Herren US9) // 237 (Damen US8)

  Testschuh: 285g (Herren EU 44 / US 10), 292g (Herren EU 44,5 / US 10.5)

Sprengung: 4mm (26,5mm Ferse / 22,5mm Vorfuß)

Release: Ab sofort erhältlich im Fachhandel für 150€




Erster Eindruck und Passform


Marcel: Beim Auspacken gab es gleich das erste positive Erlebnis, denn optisch kommt der Sacuony Peregrine 12 in seinem leuchtenden Gelb auf jeden Fall schon mal sehr „frisch“ daher. 


Was mir zudem sofort positiv aufgefallen war, ist der deutliche Gewichtsverlust im Vergleich zum Peregrine 11. In der Referenzgröße hat der Schuh rund 30 Gramm abgespeckt. In meiner Größe US-M10 beträgt die Gewichtsreduktion im Vergleich zum Peregrine 11 ST sogar ganze 44 Gramm, was sich beim Laufen auch deutlich bemerkbar macht. Erreicht wurde dies vor allem durch ein überarbeitetes Obermaterials. Dies jedoch - soviel sei an dieser Stelle bereits verraten -, ohne dass an Qualität oder Komfort gespart wurde – well done, Saucony!

Im Vergleich zum Vorjahresmodell hat Saucony für mein Empfinden auch die ohnehin schon gute Passform noch weiter verbessert. Insbesondere hat die Zehenbox etwas mehr an Volumen und Weite gewonnen, was meinem breiten Vorfuß sehr zugute kommt.  Auch der Fersenhalt ist exzellent, was vor allem bei technischen Downhill-Passagen enorm wichtig ist.

Nils: Ich muss gestehen, dass ich den Saucony Peregrine 12 länger zu Hause herumliegen hatte als geplant, bevor ich dann endlich zum testen gekommen bin. Leider ist mir eine Verletzung dazwischen gekommen und selbst in der Wiedereinstiegsphase waren Höhenmeter und somit Trails kaum machbar. Entsprechend hat ein anderer Klassiker aus dem Hause Saucony - der Ride - sein Trailequivalent in meiner Testreihenfolge überholt.

Warum sage ich das? Weil beide Schuhe eine immense Gewichtsreduzierung von jeweils über 40 Gramm in meiner Testgröße 44,5 EUR im Vergleich zu ihren Vorgängern mit sich bringen. Entsprechend glaubt man auch direkt einen komplett anderen Schuh in der Hand zu halten, wenn man den Peregrine 12 aus dem Karton nimmt. Ob er sich sich auch so verschieden laufen lässt, wird sich im Testverlauf noch zeigen. Die Passform ist jedoch genauso wie letztes Jahr größenecht. Das deutlich reduzierte Obermaterial lässt jedoch etwas mehr Raum - vor allem im Vorfuß. Gleichzeitig sitzen Ferse und Mittelfuß gewohnt gut. Die ersten Schritte im neuen, leuchtend gelben Peregrine fühlen sich jedoch vertraut an. Die Mittelsohle scheint sich stark am Vorgänger zu orientieren.

Obermaterial

Marcel: Das Obermaterial ist recht dicht, was das Eindringen von Matsch, kleinen Steinchen etc. effektiv verhindert. Hierbei ist es Saucony sehr gut gelungen, dass dies nicht auf Kosten der Atmungsaktivität geht. Wer auf dem Bild oben genau hinsieht, kann erkennen, dass die Sonne sogar durch das Upper scheint. Auch sitzt der Peregrine 12 sehr angenehm am Fuß, bietet jedoch gleichzeitig auch ausreichenden Schutz. Dies wird zum einen durch den dezenten Zehenschutz und gleichzeitig auch durch die seitigen Overlays vorne erreicht.

Übrigens: Wer möchte, kann auch am Peregrine 12 einen entsprechenden Gaitor (Gamaschen) befestigen.

Die Zunge ist mit dem Schuh verbunden (gusseted tongue), was ein verrutschen der selbigen sehr gut verhindert. Darüber hinaus ist sie recht dünn, was zum hervorragenden Fußhalt beiträgt. Gleichzeitig ist sie jedoch dick genug, um keinerlei unangenehmen Druck von der Schnürung am Fußrücken aufkommen zu lassen.

Die Fersenkappe verdient ebenfalls das Prädikat “genau richtig”: Sie ist weder übertrieben stark gepolstert, was zu Lasten des Gewichts gehen würde, noch ist sie zu minimalistisch gestaltet, was gegebenenfalls dem Fußhalt und dem Tragekomfort abträglich wäre. Vielmehr hat Saucony hier genau die goldene Mitte getroffen: Der Schuh sitzt bombenfest aber komfortabel am Fuß - genau so, wie es sich für einen guten Trailschuh gehört.

Nils: Beim Thema Obermaterial gibt es kaum etwas zu Marcels Ausführungen hinzuzufügen. Auch hier drängt sich der Vergleich zum Ride 15 auf. Denn dort hat Saucony ein stark reduziertes Obermaterial zum Einsatz gebracht und beinahe perfektioniert. Und dieses Kunststück wurde beim Peregrine 12 wiederholt. Marcel spricht von der goldenen Mitte und die hat man beim Peregrine nicht nur optisch getroffen. Es ist von allem so wenig wie möglich, aber gleichzeitig so viel wie nötig da. Ja, der Vorgänger hat vermutlich etwas mehr Schutz ringsum geboten. Aber für alles was ich laufe, brauche ich nicht mehr als mir der Saucony Peregrine 12 bietet.


Mittelsohle

Marcel: Die Mittelsohle ist im Vergleich zur Vorjahresversion unverändert geblieben, was die Fans der Peregrine-Modellreihe jedoch freuen dürfte. Die Mittelsohle des Peregrine ist seit jeher eher am festeren Ende des Spektrums angesiedelt, ohne dass ich sie auf meinen Testläufen bis hin zur Halbmarathon-Distanz als übermäßig hart empfunden hätte. Aber das mag auch ein stückweit Geschmackssache sein, da ich auch mit den bis zur Einführung der Pulsar-Modellreihe sowie des UltraGlides recht festen Mittelsohlen von Salomon immer gut zurecht gekommen bin. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass eine eher feste Mittelsohle insbesondere auf technischen Passagen deutlich bessere Stabilität bietet, als (zu) weiche Mittelsohlen. Als „Disclaimer“ möchte ich jedoch hinzufügen, dass ich den Peregrine größtenteils auf reinen Trailstrecken gelaufen bin, denn das ist das Terrain, auf denen die Mittelsohle des Peregrine ihre Stärken am besten ausspielen kann. Solltet ihr hingegen auf der Suche nach einem Schuh sein, der sich auch auf längeren Asphalt-Passagen sehr komfortabel läuft (door to trail), gibt es sicherlich noch passendere Alternativen, wie etwa den gerade angesprochenen UltraGlide von Salomon oder wenn ihr eine Option im Saucony-eigenen Produktportfolio sucht, bietet auch der - in diesem Jahr stark überarbeitete - Xodus eine spannende Alternative (RTR Review folgt in Kürze). 




Nils: Wie Marcel schon beschreibt, hat sich in Sachen Mittelsohle beim diesjährigen Peregrine nichts geändert. Es ist immer noch eine hervorragende, aber eher feste Mittelsohle, die auf technischem Terrain glänzen kann. Für meinen Door-to-Trail Einsatz ist der Saucony Peregrine 12 dadurch jedoch nach wie vor nichts. Was sich jedoch auf die Eigenschaften der Mittelsohle auswirkt, ist das abgeänderte Außensohlendesign (dazu gleich mehr), dass die Mittelsohle flexibler werden lässt.

Eine kleine Änderung gibt es im übrigen doch: Dieses Jahr hält im Peregrine eine neue TPU-Innensohle Einzug - wie meines Wissens nach bei fast allen diesjährigen Saucony Modellen. Diese verleiht dem Schuh eine etwas reaktiveres und minimal weicheres Gefühl unterm Fuß. Auch in Sachen Wasseraufnahme ist die neue Sohle top. Hier saugt sich nichts voll, unnötiges Gewicht unter nassen Bedingungen wird dadurch vermieden.

Außensohle

Marcel: Bereits auf den ersten Blick fällt auf, dass die Außensohle des Saucony Peregrine 12 auch und gerade für weicheres Terrain ausgelegt ist. Die 5mm tiefen Stollen sorgen für hervorragenden Grip auf jeglichem weichem Untergrund. Aber auch auf nassem und festem Untergrund vermittelt die Außensohle sicheren Halt. Beim Vorjahresmodell war mir der Halt auf vereistem Untergrund als kleine Schwäche aufgefallen (unter solchen Bedingungen kommen alle Schuhe ohne Metallspikes früher oder später an ihre Grenzen). Den Peregrine 12 konnte ich Jahreszeiten-bedingt nicht unter diesen Extrembedingungen testen. Daher greife ich an dieser Stelle auf den Erfahrungsschatz unserer US-Kollegen zurück, die ein ebenfalls ein sehr aussagekräftiges Multitester-Review auf die Beine gestellt haben (den entsprechenden Testbericht findet ihr hier): Diese konnten feststellen, dass sich auch auf vereistem Untergrund der Grip merklich verbessert hat.


Nils: Im Vergleich zum Vorgängermodell hat sich die Außensohle des Peregrine leicht verändert. Die neuen Stollen sind mit 5mm immer noch genauso tief, jedoch sind sie etwas kleiner und somit weiter voneinander entfernt. Dies hat zur Folge, dass der Schuh Matsch schneller wieder los wird. Ebenso graben sich die kleineren Stollen etwas leichter in weiche Untergründe und sorgen dort deshalb für tolle Traktion. 

Da ich den Peregrine wie gesagt einige Zeit hier herumstehen hatte, konnte ich ihn in diversen Wetterbedingungen testen. Auf trockenen Trails gibt es selbstverständlich nichts zu beanstanden. Doch auch bei Nässe, Matsch und selbst bei Schnee hat die Sohle zuverlässig funktioniert. Ich habe das Gefühl, dass die diesjährige PWRTRAC Mischung minimal weicher ist und somit auch auf nassem Gestein besser greift als zuvor.

Einige Cutouts im vorderen Bereich der Sohlengrundplatte sorgen für einen besseren Flexpunkt im Vorfuß des Saucony Peregrine 11. Und zu guter letzt sind die Vorbereitungen für Spikes / Eisschrauben dieses Jahr dem Rotstift zum Opfer gefallen und sparen so vermutlich ein paar Gramm Gewicht ein.

Laufgefühl

Marcel: Im Rahmen meiner Ausführungen zur Mittelsohle hatte ich einige Punkte ja bereits ein Stück weit vorweg genommen. Der Saucony Peregrine 12 läuft sich eher “straff”, was auf weichen und technischen Untergründen zweifelsohne von großem Vorteil ist. Auf solchem Terrain läuft er sich sogar dermaßen gut, dass er für mich auch bei entsprechenden Wettkämpfen und die engere Wahl kommen würde. 

Auf gut laufbaren festen Untergründen würde ich mir jedoch etwas mehr Dämpfung und “Bounce” der Mittelsohle wünschen. Gleichwohl bedingt letztgenannte Eigenschaft fast schon zwangsläufig eine weichere Mittelsohle, was jedoch wiederum den hervorragenden Laufeigenschaften in technischem Gelände und weichem Untergrund entgegenlaufen könnte. 

Nils: Wie schon angedeutet ist der Saucony Peregrine 12 ein zweischneidiges Schwert. Ich stimme Marcel voll und ganz zu, dass sich der Schuh auf technischen Trails hervorragend laufen lässt. Die Mittelsohle ist dort zwar immer noch fest, aber eben nicht zu fest, was ein sehr direktes und präzises Laufgefühl bedingt. Wer in den Alpen von Stein zu Stein tanzen will, hat dafür mit dem Peregrine 12 eine hervorragende Waffe im Arsenal! Die immensen Gewichtseinsparungen unterstreichen dieses tänzerische Laufgefühl nur noch weiter. In die gleiche Richtung zielen die horizontal angeordneten Ausschnitte in der Außensohle für einen flexibleren Vorfuß und somit ein leichtgängiges Abrollen. Das macht auf den entsprechenden Trails richtig Spaß! Gleichzeitig ist dank Steinschutzplatte und guten Obermaterial immer noch genug Schutz in alle Richtungen vorhanden, sodass man relativ bedenkenlos Vollgas geben kann.

Für laufbarere Trails, längere Distanzen oder gar den Road-To-Trail Einsatz, würde ich den Saucony Peregrine dagegen nicht empfehlen. Hier fehlt mir einfach etwas Nachgiebigkeit unterm Fuß, bzw. ist mir die Mittelsohle etwas zu ruppig abgestimmt.

Zusammenfassung und Empfehlung

Marcel: Der Peregrine ein sehr guter (und vergleichsweise preisgünstiger) Allrounder auf technischen und eher weichen Trails bis mindestens zur Halbmarathon-Distanz. Doch auch darüber hinaus sieht man den Peregrine regelmäßig an den Füßen der Starterinnen und Starter auf deutlich längeren Distanzen. Ich persönlich würde den Peregrine 12 jedoch allenfalls dann auf solch langen (Marathon-) Distanzen tragen, wenn der Untergrund weich und technisch ist, denn das ist zweifelsohne die Umgebung, in der er sich am wohlsten fühlt. Ein klassischer Door-to-Trail-Schuh, der auch längere Asphalt-Passagen mit Bravour meistert, ist der Peregrine hingegen wie bereits von mir erwähnt nicht, gibt jedoch auch nicht vor, ein solcher zu sein. Auch für sehr lange (Ultra-) Distanzen gibt es passendere Optionen wie etwa den Xodus aus dem Hause Saucony (großes Update dieses Jahr – seid gespannt auf unseren in Kürze erscheinenden Testbericht) oder den Klassiker Speedgoat 5 von Hoka. Wer jedoch einen vergleichsweise leichten Trailschuh mit tollem Unterfuß-Schutz, guten Grip, einem hervorragenden Upper und einem vergleichsweise günstigen Preis sucht, ist mit dem Peregrine 12 sehr gut bedient!

Marcel’s Punktzahl: 9.05/10

Laufgefühl: 8.5 - Passform: 9.5 - Wert: 9 - Stil: 9 - Traktion: 9 - Steinschutz: 9.5


Nils: Ich kann Marcels Fazit kaum etwas hinzufügen. Der Peregrine 12 macht das, was er tut herausragend. Er ist eine tolle Option für Läufer, die härter abgestimmte Mittelsohlen mögen. Wer die Vorgängermodelle schon gemocht hat, wird den Saucony Peregrine 12 lieben. Denn das Update ist vor allem dank der immensen Gewichtseinsparungen toll gelungen und ein deutlicher Schritt nach vorn im Vergleich zum letztjährigen 11er. Auch die etwas verbesserte Außensohle, der flexiblere Vorfuß und das bequemere Obermaterial sind allesamt gut gelungen. Ja, ich würde mir für mein Anwendungsszenario eine etwas weichere Mittelsohle wünschen. Doch vermutlich muss ich mich einfach anderswo in Sauconys Produktkatalog umsehen und möchte das dem Peregrine 12 deshalb nicht zur Last legen. Ich mache es mir deshalb einfach und übernehme Marcels Bewertung Punkt für Punkt - das gabs bei uns glaube ich noch nie!

Nils Punktzahl: 9.05/10

Laufgefühl: 8.5 - Passform: 9.5 - Wert: 9 - Stil: 9 - Traktion: 9 - Steinschutz: 9.5

Vergleiche


Saucony Peregrine 11 (ST) (German Review)

Marcel: Im Vergleich zum Peregrine 11 ST hat der Peregrine 12 fast 50 Gramm (!) abgespeckt, was sich in einem deutlich agileren Laufgefühl bemerkbar macht. Gleichzeitig hat es Saucony geschafft, die schmutzabweisenden Eigenschaften des ST zu einem Großteil in den Peregrine 12 zu überführen. Auch den - eigentlich gut gemeinten Schutz der Schnürung vermisse ich nicht, das diese die richtige Justierung der Passform etwas fummelig gemacht hatte. Gleichzeitig bietet der 12er mehr Volumen in der Zehenbox, was für meinen breiten Vorfuß ebenfalls ein großer Vorteil ist. Die Passform ist bei beiden hervorragend. Kurzum: Der Peregrine 12 ist ein würdiger Nachfolger, der dem 11 ST in fast allen Belangen überlegen ist. Bei in US-M10 / EU 44.


Nils: Hier bin ich mit Marcel d’accord. Der Pergrine 12 ist seinem Nachfolger in fast jedem Belangen überlegen - noch bessere Außensohle, eine bessere Passform, schönerer Vorfußflex und vor allem deutlich leichter. Der einzige Grund der mir für den 11er einfällt sind ein günstiger Angebotspreis oder extrem alpines Gelände - in letzterem hat er minimal die Nase vorn. Beide Größenecht in 44,5 EUR.


inov-8 Terra Ultra G-270 (German Review) 

Marcel: Beides hervorragendes Trailschuhe, die einige Gemeinsamkeiten haben, sich jedoch in wesentlichen Details durchaus unterscheiden. Beide bieten eine hervorragende Passform sowie vergleichsweise großzügigen Platz in der Zehenbox. Aufgrund der fehlenden Steinschutzplatte sowie der Nullsprengung bietet der TU-G270 noch mehr Bodengefühl als der Peregrine 12 - mit allen hiermit verbundenen Vor- und Nachteilen. In Sachen Gewicht sind beide nahezu gleichauf, mit leichten Vorteilen für den TU-G270 (15g weniger in der Mustergröße), was sich in der Praxis jedoch nicht wirklich bemerkbar macht. Nicht zuletzt aufgrund der Pellet-artigen TPU Innensohle liegt der TU-G270 in Sachen Lauffreude für mich vorne, während der Peregrine 12 einen Ticken komfortabler ist, was nicht zuletzt an der minimalistischen Zunge des TU-G270 und dem nicht 100% optimalen Mittelfußhalt liegt. Das Profil des Peregrine 12 ist zwar lediglich 1mm tiefer, jedoch laufen sich die Stollen des TU-G270 aus Asphalt etwas angenehmer, da das Gummi weicher wirkt und die Stollen breiter sind und somit mehr Auflagefläche bieten. Auf der anderen Seite verfügt der Peregrine über eine aus meiner Sicht für einen Trailschuh optimale Sprengung von 4mm, was für die Waden wenn man es nicht gewohnt ist, mit Nullsprengung zu laufen, auf Strecke deutlich angenehmer ist. Bis zur Halbmarathon-Distanz fällt dieser Unterschied jedoch - zumindest für geübte Läufer, die öffter auch einmal geringere Sprengungen laufen, nicht nennenswert ins Gewicht. Welches Modell vorne liegt, ist somit eine Frage der persönlichen Präferenz; wer sich unsicher ist, greift im Zweifelsfall jedoch lieber zum Peregrine 12, da dieser “massengängiger” ist und dem noch nicht ganz so trainierten Läufer weniger abverlangt in Sachen Bodengefühl und Training der Wadenmuskular. Beide in US-M10 / EU 44. 


Nils: Der G270 lässt sich trotz Nullsprengung hervorragend laufen - auch für Leute, die das nicht unbedingt gewohnt sind. Er ist etwas weiter im Mittelfuß, was für mich den Halt auf technischen Passagen leider negativ beeinflusst. Das macht der Peregrine besser. Der Peregrine sitzt insgesamt angenehmer am Fuß, ist luftiger und fühlt sich trotz fast identischem Gewicht irgendwie leichter an. Der G270 kommt mit seiner etwas weicheren Mittelsohle jedoch energetischer daher und ist auch auf weniger technischen Passagen oder gar Asphalt besser laufbar und schonender für die Beine. Auch seine Graphene Außensohle ist nochmal besser als die des Peregrine und hat keinerlei Schwächen. Der neue Peregrine 12 ist nah dran, doch der G270 ist für mich der bessere Schuh! Beide EUR 44,5.


Salomon UltraGlide (German Review)

Marcel: Diese beiden Modelle ergänzen sich aus meiner Sicht ideal. Während der Peregrine 12 seine Stärken wie im Review detailliert von mir geschildert primär auf weichem und technischen Terrain ausspielen kann, ist der UltraGlide auf (trockenen) leichten und gerne auch sehr langen Trails zu Hause. Die EnergySurge Mittelsohle ist weich und bouncy. Die Passform ist äußerst komfortabel, was jedoch zumindest bei mir dazu führt, dass der Mittelfußhalt auf technischen Passagen nicht optimal ist. Auch die - zu vergleichsweise schneller Abnutzung neigende - Außensohle des UltraGlide mit deutlich geringerem Profil  fühlt sich vor allem auf trockenem Terrain zu Hause und läuft sich auch auf längeren Asphaltpassagen äußerst komfortabel. Beide in US-M10 / EU 44.

Nils: Für mich zwei völlig verschiedene Schuhe. Der UG ist weich, energetisch und rollt selbst auf Asphalt besser als die meisten Straßenschuhe. Er ist perfekt für lange, aber wenig technische Strecken. Ich habe ihn bspw. für meinen ersten 50km Wettkampf getragen. Den Peregrine würd ich ehrlich gesagt nicht länger als 30km an den Füßen haben wollen, da er sich deutlich härter und direkter läuft. Er ist dadurch auch auf technischen Trails agiler und deutlich direkter. Beide EUR 44,5.


Topo MTN Racer 2 (German Review)

Nils: Zwei sehr ähnliche Schuhe, nicht nur wegen der ähnlichen Sprengung von 4 bzw. 5mm. Der Peregrine ist fester Gedämpft und bietet zudem einen Steinschutz. Auch der Seitenhalt im Peregrine ist etwas besser. Auf technischem Gelände ist er deshalb besser aufgehoben. Der MTN Racer kann dieses Gelände durchaus auch, vor allem an nicht zu schmalen Füßen. Zudem bietet der Topo die weit geformte Zehenbox - die liebt oder hasst man vermutlich. Gleichzeitig ist er weicher und flexibler und läuft sich dadurch bequemer auch auf smoothen Trails oder in langsameren Tempi. Auch bei der Außensohle hat er mit seiner Vibram Megagrip Sohle die Nase vorn. Insgesamt aber ein Vergleich auf Augenhöhe und die Entscheidung zwischen beiden Schuhen ist Geschmackssache. Beide EUR 44,5.


ASICS Fuji Lite 2 (German Review)

Marcel: Hier gilt ähnliches wie beim UltraGlide, mit dem Unterschied, dass der Fuji Lite 2 einen noch deutlich breiteren Einsatzbereich hin zu durchaus auch technischen Trails bietet. Auf Asphalt und erst recht auf leichten Trails läuft er sich hervorragend und bietet einen tollen Vortrieb - selbst auf der Marathondistanz, wobei man alles über HM-Distanz persönlich ausprobieren sollte, da die Dämpfung unter dem Vorfuß irgendwann an ihre Grenzen kommt. NIcht ohne Grund ist der Fuji Lite 2 mein Trailschuh des Jahres 2021 geworden. Der Peregrine hingegen hat seine Stärken zweifelsohne vor allem im technischen Terrain, wobei man ihn auch regelmäßig an den Startlinien von Trailmarathons sehen kann. Aufgrund der Lauffreudigkeit und des breiteren Einsatzspektrum gewinnt der Fuji Lite 2 diesen Vergleich, allerdings ist der Peregrine vor allem auf technischen Trails eine hervorragende Alternative. Beide in Größe US-M10 / EU 44

Nils: Der Fuji ist ein spaßiger Schuh - er ist weich, bequem, fühlt sich fast an wie ein Straßenschuh. Auf moderaten Trails und selbst auf Asphalt läuft er sich hervorragend und bietet sogar ein gewisses Maß an Energierückgabe. Trotzdem bringt er eine gute Außensohle mit, sodass er auch vor widrigen Untergründen nicht zurückschrecken muss. Doch sobald es steil und technisch wird, kommt er mit seinem weichen Obermaterial an seine Grenzen - der Halt im Schuh ist einfach nicht gut genug. Hier kommt der Peregrine ins Spiel, der genau dort anfängt Spaß zu machen, wo der Fuji nicht mehr weiter kann. Er ist fester, stabiler, läuft sich präziser - mit all den jetzt schon mehrfach genannten Abstrichen. Beide EUR 44,5.


Link zum englischen RTR-Test des Saucony Peregrine 12: HIER


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Die Schuhe, die Grundlage dieses Tests sind, wurden uns von Saucony kostenlos zur Verfügung gestellt. Die dargestellten Meinungen sind unsere eigenen.

 

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