Sunday, April 25, 2021

Testbericht: ASICS Noosa Tri 13 - Das Pollock-Gemälde (German)

Article by Johannes Klein and Nils Scharff

Link zum original RTR-Test des ASICS Noosa Tri 13: HIER

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ASICS Noosa Tri 13 (140€)

Einleitung

Johannes: Nachdem ich die ersten Bilder des ASICS Noosa Tri 13 gesehen hatte, stand für mich fest, dass ich den Schuh so schnell wie möglich in die Finger bekommen muss. Bei mir hat das wilde Design des Schuhs seine Wirkung also nicht verfehlt. Ich hatte bereits unseren englischen Testbericht studiert und war überzeugt, dass der Schuh auch aufgrund seiner Funktion gut in meine Rotation passen würde. Anfang April war es dann soweit und der Noosa Tri 13 fand sich auf meiner Türschwelle.

Der neue Noosa scheint nach dem gleichen Prinzip wie der EvoRide 2 (RTR Review) worden zu sein. Zumindest auf dem Papier und ihrer Silhouette nach zu urteilen, sind sich die beiden recht ähnlich. Allerdings kann ich euch jetzt schon verraten, dass der Noosa Tri 13 doch ein wenig wilder unterwegs ist als sein Stiefbruder.

Nils: Der ASICS Noosa Tri 13 ist - wie der Name schon andeutet - ein Triathlonschuh. Was macht ihn dazu? Zunächst erstmal das beiliegende Paar Bungee-Schnürsenkel, die klassisches Schnüren unnötig machen und so Zeit in der Wechselzone sparen. Dazu kommt eine große Anziehschlaufe an der Ferse und eine Gummimierung auf der Zunge - alles weitere Features, die den schnellen Schuhwechsel ermöglichen sollen. Außerdem ist das Obermaterial speziell für das Laufen ohne Socken ausgelegt. Klingt für mich für den Hochsommer ziemlich verlockend. Ich habe es außer ein paar Schritten in der Wohnung jedoch ehrlicherweise nicht ausprobiert - ich stehe kurz vor meinem Frühjahrsmarathon und will keine Blasen riskieren. Nun bin ich kein Triathlet, aber die speziellen Eigenschaften des Schuhs scheinen mir durchaus Sinn zu machen. Außerdem bin ich, genauso wie Johannes, großer Fan von farbenfrohen Laufschuhdesigns. Entsprechend hat ASICS mit dem Noosa Tri 13 offene Türen bei mir eingerannt. Freue mich deshalb sehr auf diesen Test!


Pro & Contra


Pro:

Johannes/Nils: Für das, was er an Dämpfung bietet, ist der Noosa Tri 13 ein Leichtgewicht

Johannes/Nils: Sehr leichtes, gut belüftetes Obermaterial

Nils: Überraschend bequem gepolstert für einen vermeintlichen Wettkampfschuh!

Johannes: Der Schuh wurde für Triathleten entwickelt und hat deswegen viele praktische Eigenschaften (Eingenähte Zunge, Bungee-Schnürung, Neopren-Prints)

Johannes: Für mich eigentlich absolut kein Faktor, aber das Design ist einfach der Hammer (wenn auch Geschmackssache)

Johannes: Ein Temposchuh, der den Bewegungsapparat schont

Nils: Sehr stabil für einen Neutralschuh!

Contra:

Johannes: Für meine Spreizfüße könnte die Zehenbox ein wenig mehr Platz haben

Johannes: Das Innenmaterial im Knöchel- und Fersenbereich ist rutschig, was zu Blasen führen kann, wenn man barfuß im Schuh läuft

Nils: Die Mittelsohle ist eher auf der festeren Seite!


Tester: Johannes Klein

Im Sommer 2020 ist Johannes als langjähriger Fan, der zum Schuhtester wurde, zur RTR-Truppe gestoßen.
Er lebt in der Nähe von Karlsruhe, wo er treffenderweise sein erstes 14-km-Rennen als Teil der Teamstaffel beim Baden-Marathon lief. Dort entdeckte er seine Leidenschaft für den Laufsport und der Rest ist, wie man so schön sagt, Geschichte. Derzeit versucht er, seine Beine auf Vordermann zu bringen, um eine 10-km-Zeit von 40 Minuten in Angriff zu nehmen. Dazu läuft er wöchentlich 35 bis 40 Kilometer.
Allgemein ist Johannes die meiste Zeit draußen zu finden, beim Wandern, Spazieren am Fluss oder Streetball Spielen. Seine bevorzugten Inside-Aktivitäten sind Bloggen, Kochen und der Vergleich von Laufschuhen. Mit Letzterem hat er als Verkäufer bei Engelhorn Sports angefangen, wo er in der Laufabteilung eine leichte bis mittelschwere Schuh-Besessenheit entwickelt hat.
Ihr findet Johannes auf Instagram (@running_joe92) und Strava (https://www.strava.com/athletes/30454954). 

 

Tester: Nils Scharff

Ich bin 31 Jahre jung, gebürtig aus Kassel, verheiratet mit einer wunderbaren Ehefrau und mache seit mittlerweile 5 Jahren Heilbronn und seine umliegenden Weinberge laufend unsicher. Ich habe schon mein ganzes Leben lang alle möglichen Sportarten betrieben, oft 5-7 Mal die Woche. Neben dem Laufen sind seit einigen Jahren das Klettern und Bouldern meine Sportarten. Als Läufer sehe ich mich seit erst drei Jahren. Begonnen hat alles mit einem Firmenlauf, in den ich nicht ganz unvorbereitet starten wollte. Ab dem Punkt habe ich einfach nicht mehr aufgehört. In 2017 waren es „nur“ knapp 1000 Laufkilometer, in 2018 das Doppelte, 2019 schon das Dreifache. Wichtig während all dieser Kilometer sind mir, egal ob auf Trail oder Straße, vor allem das Abschalten und die Bewegung in der Natur. Auf dem Laufband oder mit Kopfhörern werdet ihr mich nur sehr selten antreffen. Ich bin in der Zwischenzeit vier Marathons gelaufen, die PB von 3:14:49h habe ich dieses Jahr trotz Corona im Rahmen eines #stayathomemarathons aufgestellt. Im Wettkampf laufe ich grundsätzlich alle Distanzen von 5km (17:32min), 10km (37:32min) über Halbmarathon (1:22:56h) bis eben zum Marathon.

 

Daten


Gewicht: 

Offiziell: 249 Gramm

Testschuhe: 249 Gramm (Herren EU 45 / US 11), 241 Gramm (Herren EU 44 / US 10)

Sprengung: Herren 5mm (26mm Vorfuß / 21 mm Ferse)

Release: Verfügbar im Fachhandel ab sofort für 140 €


Erster Eindruck und Passform

Johannes: Die wilden Designs früherer Versionen des Noosa Tri sind mir nicht fremd, und es ist schön zu sehen, dass die 13te Version nach zwei relativ zahmen Designs im Noosa FF1 und Noosa FF2 wieder zu ihren Wurzeln zurückgekehrt ist. Ich mag das Obermaterial; es sieht eher schick als albern aus. Ich bin mir nicht sicher, wie die breite Öffentlichkeit damit umgehen wird, aber auf mich wirkt es positiv.

Die erste Anprobe und das Einstiegsgefühl im Noosa Tri 13 sind sehr angenehm. Man merkt, dass sich die Entwickler bei ASICS Gedanken darüber gemacht haben, wie sie Komfort und Funktion zusammenbringen und das Obermaterial so nahtlos wie möglich gestalten. Der Schuh passt in meiner üblichen Größe 45 EU / US 11 perfekt, was die Länge angeht. Es handelt sich aber um eine schmale Passform, was mir spätestens nach den ersten paar Schritten im Lauftempo auffiel, da mein großer Zeh seitlich anstieß. Bereits beim Herumlaufen ist der Wiege-Effekt und die Steifheit der Mittelsohle spürbar.

Nils: Nachdem ich den Schuhkarton des Metaspeed Sky kritisiert hatte, kommt der ASICS Noosa Tri 13 wieder im letztjährig eingeführte, “nachhaltigen” Schuhkarton. Sehr gut, ASICS! Thema Nachhaltigkeit - die Färbung des Noosa soll im übrigen trotz der kräftigen Farben besonders umweltschonend vonstatten gehen. Vermutlich wird weniger Wasser genutzt? Insgesamt find ich es sehr cool, dass ASICS gefühlt kein Produkt mehr rausbringt, dass nicht irgendein Nachhaltigkeitsfeature aufweist.

Nun aber zum Schuh: Trotz relativ hoher Dämpfung, ist der Noosa definitiv ein Leichtgewicht. Mit 241 Gramm spielt er da in einer Liga mit bspw. dem Saucony Kinvara und der ist deutlich näher am Boden gebaut. Ich bin direkt Mal barfuß in den Schuh eingestiegen, dafür ist er ja schließlich gemacht. Und tatsächlich fühlt sich der Schuh ziemlich gut ohne Socken an. Alles ist schön weich und angenehm zu tragen. Meine ASICS Standardgröße EUR 44 hat genau die richtige Länge. Nur die Zehenbox dürfte ein bisschen breiter sein. Beim Laufen durch die Wohnung lassen sich dann zwei Dinge feststellen: Zum einen eine relativ harte Mittelsohle, zum anderen ein ausgeprägtes Kippen in den Abrollvorgang (also ein Rockereffekt). Fühlt sich merkwürdig beim Gehen an, aber macht Lust direkt loszurennen.


Obermaterial

Johannes: Das Obermaterial ist der Teil des Noosa Tri 13, der ihn als Triathlonschuh auszeichnet. Bereits beim Auspacken fällt direkt das beiliegende Schnellschnürsystem (“Bungee-Schnürung”) auf. Silikon-Aufdrucke auf der Zunge und der Fersenschlaufe erleichtern das Anziehen. Auch die eingenähte Zunge sollte die TriathletInnen unter uns, aber auch alle anderen LäuferInnen, freuen, da sie nicht verrutscht und zu einem rundum angenehmen Tragegefühl beiträgt.


Das leichte, zweilagige Mesh-Material ist durch eine sehr gute Luftzirkulation gekennzeichnet und kommt ohne nennenswerte Verstärkungen aus. Die Polsterung des Knöchels und der Ferse ist ebenfalls eher minimalistisch, was zusätzliches Gewicht einspart.
Eine leichte Versteifung des Obermaterials, dass die Ferse umgibt, hält den Fuß in Kombination mit der sicheren Schnürung an Ort und Stelle.
Alles in allem ergibt sich ein gut durchdachtes Obermaterial, dass keine wirklichen Mängel aufweist.

Lediglich die Tatsache, dass die hintere Polsterung etwas rutschig ist, ist zu bedauern, da sich beim Barfußlaufen Blasen bilden können. Vielleicht gibt sich das aber mit der weiteren Nutzung - Sprich: Wenn das Material etwas angeraut ist (Ich werde euch dazu ein Update geben)

Nils: Dem habe ich eigentlich kaum etwas hinzuzufügen. Das rutschen im Fersenbereich konnte ich nicht spüren, vielleicht lag es an der Kombination aus Schuh und Socke? Außerdem habe ich einen kleinen Widerspruch: Ich finde Einstieg, Ferse und vor allem Zunge für einen schnellen (Wettkampf-) Schuh überraschend gut gepolstert und sehr bequem zu tragen. 

Die Fersenkappe ist relativ kurz, aber dafür hoch. Wer empfindlich im Bereich der Achillessehne ist, sollte das beachten. 

Die ASICS-Logos sind auf medialer und lateraler Seite unterschiedlich ausgeprägt. Das genutzte Material auf der Außenseite ist deutlich dicker und unterstützt den Halt im Mittelfuß.


Mittelsohle

Johannes: ASICS verwendet für die Mittelsohle des Noosa Tri 13 eine modernisierte Version des Materials Flytefoam, welches sich durch seine Festigkeit und die daraus resultierende Energierückgabe auszeichnet. Die Seitenwände der Mittelsohle sind erhöht und umschließen den Fuß vollständig. Das gibt dem Schuh trotz seiner relativ schmalen Plattform einiges an Stabilität.
Dadurch, dass die Sohle fast keine Flexibilität aufweist und nach oben geschwungen ist, entsteht ein Wiege-Effekt (im englischen “Rocker”), der den Fuß durch den Abrollprozess führt. Diesem Bauplan folgen auch Schuhe wie der Hoka Clifton oder Saucony Endorphin Shift. ASICS nennt diese Technologie ‘Guidesole’. Gegenüber einem flexiblen Schuh, der ein natürliches Abrollen ermöglicht, spart diese Form der Unterstützung Energie - Was vor allem in der unteren Beinmuskulatur spürbar ist.
Der Noosa Tri 13 hat mit einer Stapelhöhe von 26 (Ferse) und 21 (Vorfuß) Millimetern genug Dämpfung für längere Strecken, wo er durch seine hervorragenden vibrations- und stoßdämpfenden Eigenschaften auffällt.

Nils: Flytefoam zeichnet sich seit jeher dadurch aus, dass es ziemlich leicht, aber relativ fest ist. Das ist im ASICS Noosa Tri 13 nicht anders. Durch das festere Sohlenmaterial kommt der von Johannes angesprochene Wiegeeffekt besonders gut zur Geltung, er wird nicht duch einen zu weichen Schaum geschluckt. Die Geometrie des Noosa Tri 13 ist dabei nicht so aggressiv wie bspw. im Metaspeed Sky, aber auch nicht so moderat wie in Sauconys Endorphin Modellen. Der Rocker erzeugt gemeinsam mit dem festen Flytefoam Material und einer recht breiten Basis ein gutes Maß an Stabilität. Wer sonst Stabilitätsschuhe wie bspw. den Kayano trägt, der kann sich durchaus an den Noosa Tri 13 als Ergänzung für schnelle Schuhe heran wagen.


Außensohle

Johannes: Wie ich es von ASICS gewohnt bin, hat auch der Noosa Tri 13 eine Außensohle aus hartem Gummi, welches nicht nur für Langlebigkeit sorgt, sondern auch die Energierückgabe verbessert. Das Hartgummi ist strategisch platziert, wodurch Gewicht eingespart wird.
Die Partie der Mittelsohle, die nicht nach außen von Gummi geschützt ist, zeigt nach 50 Kilometern auf der Straße durchaus einige Anzeichen von Gebrauch, was allerdings nicht verwunderlich ist und die Funktion des Schuhs nicht einschränkt. An der eigentlichen Außensohle ist keine vorzeitige Abnutzung zu erkennen. Daher nehme ich an, dass sie auch weiterhin gute Dienste leisten wird.
Der Grip auf trockenem Straßenbelag, Kies und weichen Feldwegen ist sehr gut. Leider hatte ich noch nicht die Gelegenheit, den Noosa bei nassen Verhältnissen zu testen.

Nils: Wie Johannes schon sagt, ist das verwendete AHARPLUS Gummi genauso wie die Mittelsohle als relativ hart einzuschätzen. Für Haltbarkeit und Stabilität ist das ein klares Plus. Das genutzt Profil ist ziemlich Flach und wie oft bei ASICS damit am besten auf asphaltierten Wegen aufgehoben. Ich hab kürzlich erst gelernt, dass es in Japan sehr wenig Möglichkeiten gibt, abseits von Asphalt zu laufen. Vielleicht gibt es da ja einen Zusammenhang zu den Außensohlenprofilen? 

Abnutzung am Gummi konnte ich während meiner Testläufe überhaupt nicht feststellen. Einzig das entblößte Flytefoam Material musste ein paar Federn lassen. Dieses bildet von Ferse bis Mittelfuß eine dezente Führungslinie bildet. Spannend ist, dass sich die einzige Lücke im Außenring des Sohlengummis auf der lateralen Seite der Ferse befindet. Sie wirkt somit Überpronation minimal entgegen. Ein weiteres löbliches Stabilitätsfeature für den Noosa Tri 13.

Laufgefühl

Johannes: Ich kann bestätigen, dass die Guidesole-Technologie, die ASICS unter anderem im EvoRide verwendet, auch dem Noosa Tri 13 ein sprunghaftes und effektives Laufgefühl verleiht. Seine leichte Konstruktion machen den Triathlonschuh jedoch wesentlich schneller als seinen Artgenossen.
Das Resultat ist eine sehr energetische Gangart, die es einfach macht, das Tempo hochzuschrauben und dabei energiesparend unterwegs zu sein. Wer im Mittelfußbereich landet, hat das Gefühl, vom Schuh nach vorne katapultiert zu werden.
Das Laufen in einem Schuh mit “Rocker”-Effekt war für mich zunächst etwas gewöhnungsbedürftig. Als mein Fuß herausgefunden hatte, wie er am besten landet, um die Technologie voll zur Geltung zu bringen, spürte ich jedoch schnell, dass meine Wadenmuskulatur weniger stark beansprucht wurde als in anderen Schuhen.

Die Dämpfung hat auf meinem bisher längsten Lauf im Noosa, einem Steigerungslauf von 15 Kilometern, nicht nachgelassen. Ich denke, dass der Noosa einen perfekten Trainings- und Wettkampfpartner für die Halbmarathon-Distanz abgeben würde.

Nils: Im Gegensatz zu Johannes laufe ich öfter in Schuhen, die versuchen Vortrieb aus ihrer Sohlengeometrie zu erzeugen. Der ASICS Noosa Tri 13 macht das insofern gut, dass der Rocker in schnellen Geschwindigkeiten hervorragend funktioniert, gleichzeitig bei moderatem Tempo aber auch nicht im Weg oder störend ist. Man kann deshalb durchaus alles im Noosa Tri 13 machen, auch wenn er mir für Erholungsläufe oder entspanntere lange Einheiten zu hart wäre. Wenn man aufs Gas drückt, macht er jedoch richtig Spaß und vor allem Richtung 10km Pace und schneller wirkt auch das Flytefoam Material regelrecht energetisch. Vor allem während Intervalleinheiten und Sprintsets habe ich den ASICS Noosa Tri 13 deshalb genossen. 


Zusammenfassung und Empfehlung

Johannes: Der Noosa Tri 13 ist ein Schuh für alle LäuferInnen, die primär auf der Straße unterwegs sind, für einen 5km- / 10km-Lauf, Halbmarathon oder Triathlon trainieren und einen Schuh für alles suchen, das mit höheren Geschwindigkeiten zu tun hat. Bei schnelleren, mittellangen Einheiten (Kilometer-Intervalle, Tempoläufe) und im Wettkampf entfaltet der Noosa sein volles Potenzial. Gleichzeitig ist er durch seine vibrations- und stoßdämpfenden Eigenschaften, sowie den Einsatz der Guidesole-Technologie auch auf langsameren Läufen ein guter Trainingspartner und schont den Bewegungsapparat. Hier sollte ich allerdings hinzufügen, dass ich Schuhe mit fester Dämpfung bevorzuge und der Noosa eventuell für mich ein anderes Nutzungsprofil hat als für manch andere/-n.
Design und Funktion gehen beim ASICS Noosa Tri 13 Hand in Hand und ergeben einen großartig verarbeiteten, gut durchdachten Temposchuh, der viele LäuferInnen und TriathletInnen glücklich machen wird.

Nils: Grundsätzlich kann man Laufschuhe in zwei Kategorien einteilen: Solche, die mit klassischen Sohlengeometrien und Flexibilität im Vorfuß arbeiten und jene, die eher steif daher kommen und den benannten Wiegeeffekt nutzen um einen angenehmen Abrolleffekt zu gestalten. Wer zweiteres mag, findet im ASICS Noosa Tri 13 einen tollen Trainings- und ggfs. sogar Wettkampfpartner für schnelle Läufe.

Ich kann mir z.B. sehr gut eine Kombination mit dem ASICS Glideride (2) oder dem Gel Kayano vorstellen. Beides ist möglich, da der Noosa Tri 13 für neutrale, wie auch Stabilitätsläufer funktioniert. Andersherum kann der Noosa Tri 13 auch gut als Trainingspartner zum neuen ASICS Metaspeed Sky eingesetzt werden. Möglich ist dies dank ähnlicher Sohlengeometrien. So kann man den 250€ Superschuh für Wettkämpfe schonen und trotzdem den Bewegungsapparat auf relativ ähnliche Weise im Training ansprechen. ASICS zeigt mit seinem Triathlonschuh, dass man auch ohne Karbonplatten und Wundermaterialien gute, schnelle Schuhe herstellen kann.


Wertung

Johannes: 9,5 / 10 (-0,25 für etwas beengte Zehenbox, -0,25 für rutschige Innenpolsterung)
Der Noosa Tri 13 macht fast alles richtig. Die recht schmale Passform, die für ASICS typisch ist, ist für mich ein Kritikpunkt, da ich sehr darauf bedacht bin, dass meine Zehen seitlich genug Platz haben. Hier könnte man dem Noosa ein wenig mehr Breite geben.
Deweiteren habe ich leider bei einem Barfuß-Test Blasen davongetragen, was ich auf die Polsterung der Ferse zurückführe.


Nils: 9,4 / 10 (-0,2 für potentiellen Druckpunkt an der hohen Fersenkappe; -0,2 für die zu schmale Zehenbox; -0,1 für sehr flaches Sohlenprofil; -0,1 für eingeschränkte Eignung für langsame Läufe)

Ganz ehrlich, es fällt mir schwer überhaupt irgendwas am ASICS Noosa Tri 13 zu kritisieren. Alles was ich hier aufliste sind Kleinigkeiten. Die Zehenbox dürfte in der vierzehnten Version etwas breiter sein, das Sohlenprofil etwas aggressiver. Klar ist ein schneller, fester Schuh beim langsamen Recoverylauf nach dem Wettkampf nicht das bequemste, was man sich vorstellen kann. Das einzige was mich wirklich gestört hat und weshalb ich gerade zu anderen Schuhen im Regal greife, ist glaube ich die Fersenkappe. Ich hab seit einem ausgedehnten Intervalltraining im Noosa Tri 13 über insgesamt 20km schmerzen an der rechten Ferse. Genau auf der Höhe, auf der die Fersenkappe endet. Zur Verteidigung des Schuhs muss man sagen, dass es sich ums härteste Workout meiner intensivsten Trainingswoche gehandelt hat - vielleicht ist also einfach mein Körper und nicht der Schuh schuld. Aber ich will es aus Transparenzgründen hier auch nicht unerwähnt lassen.


Vergleiche


ASICS Noosa Tri 13 vs. ASICS Evoride 2 (RTR English Review)

Johannes: Der Evoride 2 hat eine identische Mittel- und Außensohle und unterscheidet sich auf dem Papier nur durch ein dichteres, dickeres Obermaterial und eine festere, steifere Fersenkappe vom Noosa Tri 13. Die Unterschiede summieren sich zu einem Gewichtsunterschied von 13 Gramm mehr, die der Evoride 2 auf die Waage bringt. Der Evoride 2 ist eine gute Option für alle, deren Tempo sich beim Laufen 5 Minuten pro Kilometer nähert, als langlebiger, etwas strukturierterer Einzelschuh. Der Noosa kann durch seine leichtere Konstruktion besser als Temposchuh genutzt werden.


ASICS Noosa Tri 13 vs. ASICS Metaspeed Sky (RTR German Review)
Nils: Der Rocker des Metaspeed Sky ist noch aggressiver als im Noosa. Hinzu kommen natürlich, die Karbonplatte und ein Mittelsohlenmaterial, das auf einem ganz anderen Level spielt. Wo der Noosa noch durchaus als Trainer durchgehen kann, ist der Metaspeed Sky ein kompromissloser Wettkampfschuh. Der Noosa ist deshalb vielfältiger und über 100€ günstiger. Wer am Wettkampftag das maximum heraushohlen will nimmt den Metaspeed Sky. Wer den Metaspeed durch einen guten, schnellen Trainingsschuh ergänzen will, nimmt dem Noosa. Das gleiche gilt für jeden der Wert auf Preis-Leistung legt oder einen dedizierten Triathlonschuh sucht (den Metaspeed würd ich nicht barfuß laufen). Interessanterweise bietet der Metaspeed mehr Breite im Vorfuß. Beide in EUR 44.


ASICS Noosa Tri 13 vs. ASICS MetaRacer (RTR German Review)


Johannes: Die Karbonplatte des Metaracer erzeugt einen aggressiveren Sprung-Effekt und einen festeren Vorfuß. Interessanterweise entwickelt der weichere Flytefoam des Metaracer mehr Sprungkraft in der Ferse. Dafür ist die Mittelsohle des Noosa wesentlich stabiler. Wer nach einem Rocker-basierten, leichten Trainings- und Wettkampfschuh für die Mittel- bis Halbmarathondistanz sucht, ist mit dem Noosa besser bedient. Der Metaracer ist (für mich) ein reiner Wettkampfschuh für Distanzen bis zu 15 Kilometern.

Nils: Ich persönlich kann den Metaracer nur für 5 oder maximal 10km Wettkämpfe nutzen, da die weiche Ferse einfach zu instabil ist. Auf diesen distanzen bietet er aber mehr “pop”. Außerdem ist er leichter, das Obermaterial luftiger (eins der besten des letzten Jahres). Die Außensohle des Metaracer macht ihn zum Schönwetterschuh, während man mit dem Noosa auch dank seiner Stabilität auch auf weniger optimalen Untergründen klar kommen sollte. Metaracer als Wettkampfschuh für kurze Distanzen, Noosa als vielseitigere Variante die deutlich stabiler ist und auch Trainingseinheiten nicht scheuen muss. Beide EUR 44.


ASICS Noosa Tri 13 vs. Saucony Kinvara 12 (RTR German Review)

Nils: Der Kinvara 12 ist eine Art Anti-Noosa. Ich hab zusammenfassend von zwei Schuhkategorien gesprochen. Wer klassische Sohlengeometrien und einen flexiblen Vorfuß mag, für den ist der Kinvara 12 der Inbegriff eines schnellen Trainers, mit dem man sich auch am Wettkampftag nicht verstecken muss. Der Noosa ist genau das gleiche nur eben aus der anderen Schuhkategorie mit steiferer Sohle und Rockereffekt. Die Entscheidung zwischen beiden Schuhen ist somit reine Geschmackssache, beide sind Topmodelle ihrer jeweiligen Kategorie. Kinvara EUR 44,5, Noosa EUR 44.


ASICS Noosa Tri 13 vs. Saucony Endorphin Speed (RTR German Review)

Nils: Der Endorphin Speed war einer der besten Schuhe des letzten Jahres. Auch er ist ein leichter Trainings- und Wettkampfschuh, der sich seine Sohlengeometrie zu nutze macht. Im Gegensatz zum Noosa verfügt er jedoch über weicheres und um längen besseres Mittelsohlenmaterial und versucht dies mit Hilfe einer Nylonplatte zu stabilisieren. Das Ergebnis ist ein deutlich energetischeres Laufgefühl und tatsächlich auch mehr Vielseitigkeit als der Noosa bietet kann. Der Noosa ist dafür deutlich stabiler und 40€ günstiger. Speed in EUR 44,5, Noosa in EUR 44.


ASICS Noosa Tri 13 vs. adidas SL20 (RTR German Review)

Nils: Der SL20 ist ein guter Schuh mit sehr ähnlichem Nutzungsprofil. Er ist leichter und etwas luftiger und verfügt über eine herausragende Vibrationsdämpfung. Er nutzt eine klassische Sohlengeometrie und ist 20€ günstiger. Der Noosa läuft sich für mich durch seinen Rockereffekt smoother, ist deutlich stabiler und sieht um längen besser aus. Im SL20 bin ich mir Blasen gelaufen, im Noosa nicht! Beide 44 EUR.


ASICS Noosa Tri 13 vs. adidas adios 5 (RTR German Review)

Nils: Auch der adios 5 ist ein Schuh der schnelle Sachen genauso kann wie Läufe bis in die 20er hinein. Er ist leichter als der Noosa, aber weniger gedämpft und viel mehr Hightech-Waffe als Allroundschuh. Er läuft sich auch entsprechend ruppiger. Die Außensohle des adios 5 sucht seines gleichen! Für mich fühlt sich der adios zu sehr nach kompromissloser Performance an - dafür gibt es aber heutzutage andere Schuhe. Der Noosa ist dagegen ein angenehmer Trainings- und Wettkampfschuh und deshalb die besser Wahl in diesem Vergleich. Beide 44 EUR.


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Die Schuhe, die Grundlage dieses Tests sind, wurden uns von ASICS EUROPE kostenlos zur Verfügung gestellt. Die dargestellten Meinungen sind unsere eigenen.

 

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Um bestmöglich auf eure Fragen einzugehen, nennt nach Möglichkeit euer Laufpensum, Geschwindigkeiten, Renndistanzen und eure aktuellen Schuhe.

 

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5 comments:

Unknown said...

Danke Nils und Johannes!
Ich bin bisher im Glideride V1 gelaufen als mittel bis Langstrecken Schuh. Die Dämpfung war in Ordnung, aber zu hoch und ich habe die Platte bei Geschwindigkeiten unter 5min/km gemerkt. Könnte der Noosa den Glideride ersetzen? Läufe bis 18km mit 4:30 min/km. Oder ist er viel härter als der Glideride?

Nils said...

Hi Unknown,

der Noosa ist definitiv härter. Aber grundsätzlich kann ich mir alles unter 20km schon gut in dem Schuh vorstellen. Ist sicherlich Geschmackssache wie fest man es mag. Allerdings kommt der Noosa erst bei schnelleren Sachen, Tempoläufen, Intervalleinheiten richtig zur Geltung. Langsamer geht auch, aber da gibt es denke ich bessere Alternativen. Wenn du den Rockerstyle magst, könntest du dir Mal den Saucony Endorphin Shift anschauen. Ist einer meiner Lieblingsschuhe des letzten Jahres und eine Wonne für Longruns.

Viele Grüße
Nils

Nils said...

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micheal pan said...

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[email protected] ). Tell your 
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[email protected]

Johannes said...

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