Sunday, June 14, 2020

Testbericht: Saucony Endorphin Pro - Fast perfekt!

Article by Nils Scharff


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Saucony Endorphin Pro (220€)C:\Users\Nils\AppData\Local\Microsoft\Windows\INetCache\Content.Word\Ontop.jpg


Einleitung

Auf den Saucony Endorphin Pro warte ich schon sehr, sehr lange. Man konnte die diversen Prototypen schon das gesamte vergangene Jahr an den Füßen von diversen Saucony Athleten wie Molly Huddle, Parker Stinson oder Jared Ward sehen. Die Beteiligung der Profis an der Entwicklung des neuen “Superschuhs” wurde immer wieder betont. Und allen voran Jared Ward mit zwei herausragenden Rennen in Boston und New York, haben die Saucony Athleten gezeigt, dass Saucony Ihnen einen Schuh an die Hand (oder eher an den Fuß) gegeben hat, der mit dem alles überragenden Nike Vaporfly Next % anscheinend mithalten kann. Da mir die Schuhe mit dem Wellenlogo aus Boston in 99% der Fälle perfekt passen und ich außerdem meine letzten Marathon- und Halbmarathonbestzeiten im Saucony Klassiker Kinvara gelaufen bin, war für mich klar: Den Schuh muss ich haben!

Anfang November letzten Jahres war mir dann das erste Mal wirklich klar, dass das Ende meines Vaporfly Boykotts damit greifbare Nähe gerückt ist. Als dann rund um das Olympiaqualifkationsrennen der US-Marathonläufer/innen im Februar 2020 das erste Mal das fertige Serienmodell zu sehen war (auch hier wieder mit Klasse Ergebnis von Molly Seidel, die im Endorphin Pro auf Platz 2 gelaufen ist), war ich hin und weg. Der Schuh scheint nicht nur schnell zu sein, sondern sieht auch noch klasse aus! Die Markteinführung wurde in diesem Rahmen für April angekündigt, um nach neuesten Regularien des internationalen Leichtathletikverbands “World Athletics”, eine Nutzung bei den olympischen Spielen in Tokyo zu ermöglichen. Doch dann kam Corona und somit alles anders. Saucony war nicht der einzige Hersteller der diverse Produkterscheinungen verschieben musste. Ich konnte dann glücklicherweise ein Paar des Endorphin Pros im Rahmen eines Pre-Releases Mitte Mai ergattern. Der reguläre Release wurde dann im Juni gestartet, allerdings ist der Schuh bei Saucony selbst komplett ausverkauft. Solltet ihr am Ende dieses Artikels den Saucony Endorphin Pro kaufen wollen, rate ich euch deshalb bei eurem lokalen Lauffachhändler nachzufragen. Der kann euch am ehesten ein Paar organisieren und freut sich aufgrund der aktuellen Situation sicherlich über 220€ Umsatz. Ob der Saucony Endorphin Pro diese stolze Summe wert ist, versuche ich im Folgenden aufzuklären.

Pro & Contra

Pro:

Ich habe noch keinen Schuh mit einem atmungsaktiveren Obermaterial getragen!

Perfekte Führung durch den Abrollvorgang des Fußes!

Reduziert die Muskelermüdung, was man sowohl gegen Ende langer Läufe als auch nach dem Lauf bzw. am nächsten Tag merkt!

Einfach schnell und geschmeidig (ein bisschen wie ein Luxussportwagen à la Tesla Model S)!

Sehr stabil im Vergleich mit der Konkurrenz und deshalb für leichte Überpronierer gut geeignet!

Mutmaßlich langlebig für einen Marathonracer!

Toller Grip, auch bei Nässe!

Contra:

Leichtes Rutschen an der Ferse - Marathonknoten notwendig.

Nicht ganz so trampolinartig wie erwartet.

Fühlt sich nicht ganz so bedingungslos schnell an wie die Konkurrenz.


Tester: Nils Scharff

Ich bin 30 Jahre jung, gebürtig aus Kassel, verheiratet mit einer wunderbaren Ehefrau und mache seit mittlerweile 5 Jahren Heilbronn und seine umliegenden Weinberge laufend unsicher. Ich habe schon mein ganzes Leben lang alle möglichen Sportarten betrieben, oft 5-7 Mal die Woche. Neben dem Laufen sind seit einigen Jahren das Klettern und Bouldern meine Sportarten. Als Läufer sehe ich mich seit erst drei Jahren. Begonnen hat alles mit einem Firmenlauf, in den ich nicht ganz unvorbereitet starten wollte. Ab dem Punkt habe ich einfach nicht mehr aufgehört. In 2017 waren es „nur“ knapp 1000 Laufkilometer, in 2018 das Doppelte, 2019 schon das Dreifache. Wichtig während all dieser Kilometer sind mir, egal ob auf Trail oder Straße, vor allem das Abschalten und die Bewegung in der Natur. Auf dem Laufband oder mit Kopfhörern werdet ihr mich nur sehr selten antreffen. Ich bin in der Zwischenzeit vier Marathons gelaufen, die PB von 3:14:49h habe ich dieses Jahr trotz Corona im Rahmen eines #stayathomemarathons aufgestellt. Im Wettkampf laufe ich grundsätzlich alle Distanzen von 5km (18:14min), 10km (38:17min) über Halbmarathon (1:28:12h) bis eben zum Marathon. Mal sehen, wann der erste Ultra in dieser Liste auftaucht.


Daten

Gewicht:

  Offiziell: 221g (Herren US9)

  Testschuh: 230g (Herren EU 44,5 / US 10.5)

Sprengung: 8mm (35,5mm Ferse / 27,5mm Vorfuß)

Release: Seit Juni verfügbar im Fachhandel für 220€


Erster Eindruck und PassformD:\Benutzer\Nils\Documents\Reviews\Kinvara 11\Box.jpg

Das Paket von Saucony kam eine Woche früher als angekündigt und deshalb etwas überraschend. Selbst nachdem ich das Paketband aufgeschnitten hatte, war mir noch gar nicht klar, was ich überhaupt in den Händen halte, da ich den edlen, eigens für die Endorphin Linie designten Schuhkarton nicht kannte. Ich musste also tatsächlich auf das Typenschild auf dem Schuhkarton schauen, bis ich realisiert hatte, was für eine tolle Überraschung der UPS-Fahrer im Gepäck hatte! Also, auf den Karton: 1. Gedanke: Wow! 2. Gedanke: Riecht ganz schön nach Chemie! 3. Gedanke: Sieht richtig edel aus! Letzteres wird leider nicht lange so bleiben, wie ich am Beispiel meines letzten weißen Laufschuhs feststellen musste, aber das Design ist trotzdem der Hammer! Die bunten Farben im Miami Dolphins Look im Kontrast zum edlen Weiß-Schwarz macht richtig was her. Ausgeliefert werden die Schuhe mit weißen Schnürsenkeln und ein zweites Paar in Neongelb liegt mit im Karton. Ich fand den Auslieferzustand schon so schön, dass sogar ich als Farbfanatiker kurz gezögert habe, ob ich die gelben Senkel überhaupt ausprobiere. Doch das konnte ich natürlich auch nicht über mein Herz bringen und siehe da: Mit gelben Schnürsenkeln sieht der Endorphin Pro NOCH schneller aus! Aber genug zur Optik, die ist ja bekanntermaßen sowieso Geschmackssache. 


Also rein in den Zauberschuh und siehe da - zu klein. Ich hatte sicherheitshalber zusätzlich zu meiner Saucony-Standardgröße 44,5 EUR auch noch eine 44 EUR bestellt. Und in der ersten Begeisterung hab ich natürlich den kleineren Schuh gegriffen. Dieser sitzt grundsätzlich gut, aber der große Zeh hat etwas gedrückt. Für ein 10km Rennen sicher kein Problem, aber auf 42,2km, für die der Endorphin Pro gemacht ist, ein wenig zu eng. Also schnell auf die Größe 44,5 EUR gewechselt und diese fühlte sich auf Anhieb perfekt an - wie immer bei Saucony. Allerdings muss ich das nach den ersten Läufen bedingt revidieren. Leider muss man sich extra viel Mühe geben, damit die Ferse im Endorphin Pro nicht rutscht. Mit ein wenig Übung und der guten, alten Marathonschnürung (Nutzung des zusätzlichen, letzten Lochs der Schnürung) lässt sich dieses Problem aber zum Glück beheben. Und ansonsten sitzt der Endorphin Pro auch top! Nichts wird zu eng eingeschnürt, nichts drückt, nichts reibt. Die Zehenbox ist angenehm geschnitten, die Zehen haben genug Platz und werden nicht in den Wettkampfschnuh hineingepresst. Neben der Passform war dann das Gefühl der ersten Schritte erstmal anders als erwartet. Der Endorphin Pro fühlt sich auf jeden Fall steifer und stabiler an, als das Referenzmodell von Nike. Die Dämpfung ist nicht so weich, man federt beim gehen nicht so dahin. Es fühlt sich alles ein wenig normaler an und fast wie ein normaler Laufschuh. Aber eben nur fast - dazu im Folgenden mehr.

 

Obermaterial

Das Obermaterial des Endorphin Pro besteht aus einem einzigen Stück eines dünnen, weichen, einschichtigen Meshmaterials mit ausgiebiger Perforationen zur Belüftung im gesamten Vor- und Mittelfußbereich. Und das sei hier direkt nochmals erwähnt: Um Belüftung oder zu heiße Füße braucht man sich in Sauconys Top-Modell keine Sorgen machen! Mehr Belüftung geht kaum. Das verwendete Mesh selbst ist ziemlich schlaff, aber das Saucony-Logo, der Stoßfänger an der Zehenbox, die innere Netzschicht in der Ferse und die stark geformte herausnehmbare Einlegesohle sorgen für Struktur. So behält das minimalistische Obermaterial seine Form trotzdem gut bei und in der Kombination mit den anderen Elementen, wird der Fuß fest und sicher gehalten.


Die Zunge ist ebenfalls ein einzelnes Stück eines dünnen Materials - weicher und dehnbarer als das ansonsten verwendete Mesh - aber etwas dicker um dem Fuß ein wenig Schutz vor den Schnürsenkeln zu bieten. Wie es heute “state-of-the-art” ist, ist die Zunge beidseitig an der Zwischensohle vernäht, wodurch sich das ganze super bequem und fast wie ein Socken anfühlt. Dass auf diese Weise außerdem ein Hin- und Herrutschen der Zunge effektiv verhindert wird, ist ein netter Nebeneffekt.


Die schon angesprochenen Schnürsenkel sind in beiden Farben flach und breit. Sie lassen sich dank der großen Ösen sehr leichtgängig nachziehen und liegen schön flach und angenehm am Fuß an. Wer wie ich die Schnürsenkel wechselt sollte deshalb das nötige Maß an Detailverliebtheit an den Tag legen und die Senkel ordentlich und ohne Twist einfädeln. Die ersten beiden Läufe war es relativ schwierig das richtige Maß beim wortwörtlichen Anziehen der Schnürsenkel zu finden, sodass kein unangenehmer Druck auf dem Spann entsteht. Natürlich habe ich dazu geneigt erstmal alles möglichst stark festzuzurren, nachdem ich ein leichtes Rutschen der Ferse gespürt habe. Der bessere Weg war jedoch die Marathonschnürung gemeinsam mit ein bisschen weniger Zug. Mit dieser Methode habe ich mittlerweile einen perfekten Sitz im Schuh, selbst in den Kurven der Tartanbahn hatte ich nie Sorge in irgendeiner Form zu rutschen. 


Mittelsohle

Schaut man sich die dicke Mittelsohle (27,5mm Vorfuß, 35,5mm Ferse) des Saucony Endorphin Pro an, fällt zunächst die starke Ähnlichkeit zu adidas’ Boost Material auf. Doch diese beruht lediglich auf der verwendeten Pellet-Struktur und ist nur optisch vorhanden. Drückt man jedoch mit dem Finger in Sohle weckt das ganz andere Erinnerungen. Und zwar an Nike’s ZoomX Schaum. Man merkt sofort, dass man hier genau das gleiche Grundmaterial in den Händen hält. Das leichte, styroporartige Gefühl des sogenannten PEBA Materials (Polyether Block Amide) ist unverwechselbar. Und die Recherche zeigt auch, dass Saucony genauso wie Nike das sogenannte PEBAX® Material beim französischen Chemiekonzern Arkema bezieht. Doch während Nike sich entschieden hat PEBAX® also Monomaterial (also als ein Stück Schaum) zu verarbeiten, ist man bei Saucony im Laufe der Prototypenentwicklung von diesem Weg abgewichen. Man hat im Laufe der Prototypentests festgestellt, dass eine Verwendung von PEBAX® in Pelltform - analog zu adidas Boost - die positiven Eigenschaften wie Energierückgewinnung und reduzierte Ermüdung nur minimal beeinflussen. Gleichzeitig soll sich auf diese Weise die Haltbarkeit jedoch mehr als verdoppeln. Ob das tatsächlich stimmt, bleibt abzuwarten. Doch während ein Nike Vaporfly schon nach 10km “Kompressionsfalten” bekommt, sieht die Mittelsohle meines Endorphin Pro nach mehr als 40km noch aus wie neu. Das gibt definitiv Hoffnung, dass das Haltbarkeitsversprechen nicht aus der Luft gegriffen ist und das Preis-Leistungs-Verhältnis des Endorphin Pro im Vergleich zur Konkurrenz deshalb herausragt. 


Neben dem verwendeten Schaum gehört natürlich auch die mittlerweile fast obligatorische Karbonplatte zur Mittelsohle des Endorphin Pro. Diese federt relativ unaufdringlich und geht im Gesamtkonstrukt der Mittelsohle fast unter. Vielmehr sorgt die Platte für Verwindungssteifheit entlang der Längsachse und führt den Fuß sicher durch den Abrollvorgang. Sie unterstützt damit die von Saucony als SpeedRoll betitelte Sohlengeometrie, die den Fuß fast von ganz allein abrollen lässt. Lässt man sich mit dem Endorphin Pro am Fuß aus dem Stand nach vorn kippen, greift die schaukelstuhlartige SpeedRoll Geometrie die Energie auf, richtet sie effizient nach vorn indem sie den Abrollvorgang zu Ende führt und lässt so den Läufer also losrennen. Im Bewegungsablauf während des Laufens ist das natürlich nicht in diesem Maße zu spüren, sondern wirkt sich wie viele Features des Endorphin Pro sehr subtil auf den Laufstil aus um diesen ein wenig mehr in Richtung Effizienz zu trimmen.




Außensohle

Bei Wettkampfschuhen spielt das Gewicht oft eine entscheidende Rolle. Um möglichst viele Gramm einzusparen, werden dafür an vielen Stellen des jeweiligen Schuhs Stellschrauben gedreht. Eine davon ist die Reduktion des Gummis der Außensohle. Auch beim Saucony Endorphin Pro sieht man ein gutes Stück ungeschützte Mittelsohle im Mittelfußbereich. Doch an den am meisten beanspruchten Stellen - am kompletten Vorfuß sowie an der Ferse - wurde der Außensohle für einen Wettkampfschuh verhältnismäßig viel Gummi spendiert. Und was soll ich sagen? Gut so! Ich komme gerade von der nassen Tartanbahn um dort den Endorphin Pro ein letztes Mal für diesen Artikel zu testen. Normalerweise habe ich für diesen Nutzungsfall immer ein separates Paar Schuhe im Regal, das ich für Intervalle bei Nässe herauskrame. Doch der Endorphin Pro könnte diese Rolle auf jeden Fall übernehmen (wenn er nicht weiß und ziemlich teuer wäre)! Ich hatte keinerlei Traktionsprobleme auf der schmierigen Laufbahn.


Zudem wird durch den einmal komplett um die Sohle herum verlaufenden Ring aus Gummi die seitliche Stabilität des sehr weichen Mittelsohlenmaterials erhöht. Das macht sich in Kurven definitiv gut und unterstützt auch bei leichten Pronationsproblemen. Zu guter letzt wird durch den Einsatz von relativ viel Außensohle die Haltbarkeit des Endorphin Pro nochmals erhöht. Diese könnte sich wie auch schon im Mittelsohlenkapitel erwähnt als eine echte Stärke dieses Schuhs herausstellen.


Laufgefühl

Während der Beschreibung der Mittelsohle habe ich relativ ausführlich über den sog. PEBAX® Schaum berichtet, doch nur am Rande erwähnt, was dieser dem Läufer überhaupt bringt. Das Zauberwort ist natürlich wie so häufig Energierückgewinnung. Diese ist bei PEBAX® Materialen außergewöhnlich hoch. Gleichzeitig ist das PEBAX® deutlich leichter als TPU- oder EVA-Schäume. Die diversen Studien rund um den Nike Vaporfly 4% kamen fast immer zu dem Schluss, dass das Geheimnis dieses Schuhs nicht etwa die Geometrie der genutzten Karbonfaserplatte, sondern vielmehr das verwendete Mittelsohlenmaterial sei. Insofern ist der Saucony Endorphin Pro der erste wirkliche Superschuh, der nicht aus dem Hause Nike in Oregon stammt. Und während 4%, Next% oder wie viele Prozent auch immer natürlich auch zu großen Teilen zum Marketinghype gehören kann ich zwei Dinge in Bezug auf den Saucony Endorphin Pro bestätigen: Zum einen läuft er sich in Geschwindigkeiten von Marathonpace und schneller sehr, sehr geschmeidig. Man cruised problemlos in Geschwindigkeiten dahin, die sich eigentlich schwerer anfühlen sollten. Zum anderen scheint die Ermüdung der Muskeln tatsächlich reduziert zu werden. Mein erster Lauf im Saucony Endorphin Pro war ein 10km Schwellenlauf und als ich damit fertig war, habe ich meinen Trainingspartner ernsthaft gefragt, ob wir das gleich nochmal machen wollen. Sicherlich sind beide Faktoren sehr subjektiv und Saucony betont auch, dass es selbst ihre Eliteathleten teilweise sehr unterschiedlich auf den Endorphin Pro ansprechen. Von Performancegewinnen von 0-6% ist da die Rede. Schlechter läuft man mit dem Endorphin Pro auf jeden Fall nicht. Und solange sich der Schuh ein tolles Laufgefühl vermittelt, kann man sich ja einreden, dass es 6% sind. Ist sicherlich nicht der schlechteste (Placebo-) Effekt.


Zusammenfassung und Empfehlung

Wer trotz Corona gerade einen Wettkampfschuh für die Halbmarathon- oder Marathondistanz sucht, für den sollte der Saucony Endorphin Pro auf jeden Fall Teil der aller engsten Auswahl sein. Defacto gibt es vor allem für die 42,2km gerade wahrscheinlich maximal zwei Schuhe auf dem Markt, die mit dem Endorphin Pro mithalten können und beide sind bedeutend teurer (55€ bzw. 79€ Preisdifferenz). Vor beiden braucht sich das Top-Modell von Saucony auf keinen Fall zu verstecken. Der Endorphin Pro ist ein, bis ins letzte Detail durchdachter und wunderschön designter, Wettkampfschuh, der sich fast schon natürlich und subtil läuft ohne dabei Performanceeinbußen hinnehmen zu müssen. Und vielleicht spricht ja ausgerechnet die Coronasituation für den Endorphin Pro. Denn wo man sich bei den Nike Modellen aufgrund des hohen Preises und der geringen Haltbarkeit jeden Kilometer zweimal überlegen muss, kann man den weißen Blitz aus dem Hause Saucony ein wenig bedenkenloser auch Mal für den ein oder anderen Timetrialversuch aus dem Schrank holen. Der geringere Preis gepaart mit der mutmaßlich doppelten Reichweite machen es möglich. Was auch immer der entscheidende Grund sein wird - mit dem Endorphin Pro holt man sich einen der besten Wettkampfschuhe ins Haus, der in der Manier eines Allrounders von 5km bis zum Marathon seinem Träger die bestmögliche Leistung ermöglichen wird.



Wertung 9,8/10 (-0,1 für Gewicht; -0,1 für Fersenhalt)

Der Saucony Endorphin Pro ist mein Wettkampfschuh der Wahl - vor allem für längere Distanzen. Mir fällt nicht viel ein, was Saucony für eine potentielle Version 2 verbessern sollte. Der Schuh ist noch ein paar Gramm schwerer als die Konkurrenz, vielleicht findet sich diesbezüglich ja noch irgendwo ein Einsparpotential. Und die Ferse sitzt wie beschrieben ohne Marathonschnürung leider nicht perfekt, hier gilt es nachzubessern.


Vergleiche


Saucony Endorphin Pro vs. Nike Vaporfly Next % (RTR Review)

Das ist natürlich der offensichtliche Vergleich, den ich im Verlauf des Artikels auch mehrfach bemüht habe. Der Vaporfly (den ich mittlerweile auch einmal für einen 10km Schwellenlauf genutzt habe), fühlt sich noch schneller, noch bedingungsloser an. Der Endorphin Pro hat ist dagegen fast subtil und natürlich. Beide sind unfassbare Boliden an denen es kaum Verbesserungspotential gibt. Deshalb ist es meiner Ansicht nach einfach Geschmackssache - sowohl optisch als auch vom Laufgefühl her. Vielleicht kann die Passform auch noch ausschlaggebend sein. Diese ist jedoch bei beiden aber sehr gut und universell ist. An objektiven Kriterien spricht der Gewichtsvorteil für den Next%, während Saucony bei Traktion (vor allem bei Nässe), Preis und Haltbarkeit die Nase vorn hat. In beiden Schuhen trage ich meine Standardgröße EUR 44,5.


Saucony Endorphin Pro vs. Hoka One One Carbon X (RTR Review)

Auch der Carbon X hat ein tolles, luftdurchlässiges Obermaterial. Ich bin einen Marathonwettkampf im Carbon X gelaufen, brauche jedoch leider bei jedem Lauf in dem Schuh Blasenpflaster an den Achillessehnen. Ich denke das liegt am weiteren Schnitt, der ihn zu einer guten Wahl für breitere Füße macht. Durch seine weite Basis ist der Carbon X zudem noch stabiler und somit eine noch bessere Wahl für Läufer mit Pronationsproblemen. Der Carbon X nutzt jedoch kein PEBAX, weshalb der Endorphin Pro einfach nochmal in einer anderen Liga spielt. Carbon X EUR 44 (könnte aber ein tick länger sein), Endorphin Pro EUR 44,5.


Saucony Endorphin Pro vs. Saucony Kinvara 11 (RTR Review German)

Bevor der Endorphin Pro kam, war der Kinvara der Schuh der Wahl auf der Marathondistanz für die meisten Saucony Athleten. Auch ich bin meine aktuelle Marathon PB im Kinvara 11 gelaufen und die Halbmarathon PB stand bis letzte Woche im Kinvara 9 - bis der Endorphin Pro kam. Durch die flexiblere Mittelsohle ohne Karbonfaserplatte und nur 4mm Sprenung läuft sich der Kinvara natürlicher. Vom Obermaterial gibt es deutlich mehr, was ihn bequemer macht. Doch auch hier gilt: Schuhe mit PEBAX sind einfach konkurrenzlos. Deshalb Kinvara 11 fürs Training, Endorphin Pro für den Wettkampf! Beide EUR 44,5.


Saucony Endorphin Pro vs. adidas Adizero Adios 5 (RTR Review German)

Beide haben die gleiche Funktion im Arsenal ihrer jeweiligen Hersteller: Langstreckenwettkampf. Beide wiegen in meiner Größe aufs Gramm genauso viel. Beide haben herausragende Obermaterialien. Doch der adios 5 ist ein über mehrere Generationen perfektionierter Racer einer anderen Zeit. Der Endorphin Pro ist ein fast perfekter Wettkampfschuh aus dem Hier und Jetzt. Wer aufs Budget schauen muss sollte sich den adios 5 anschauen, vor allem für Distanzen bis zum Halbmarathon. Für alle anderen: Endorphin Pro! Adios 44 EUR, Endorphin Pro 44,5 EUR.


Saucony Endorphin Pro vs. Brooks Hyperion Tempo (RTR Review)

Der Brooks ist ein leichter, schneller, stabiler Trainer in dem man auf der (Halb-) Marathondistanz auch Wettkämpfe laufen kann. Eigentlich ist der Hyperion Elite der Konkurrenzschuh mit Karbonfaserplatte zum Endorphin Pro. Doch diesen bin ich nicht gelaufen und der Hyperion Tempo scheint außerdem das vorzeigbarere Familienmitglied zu sein. 

Sein Obermaterial ist unfassbar bequem und der mit Stickstoff angereicherte Mittelsohlenschaum ist definitiv ein Schritt in die richtige Richtung, wenn auch kein PEBAX. Beide Schuhe sind sehr haltbar. Training im Hyperion Tempo, Wettkampf im Endorphin Pro. Beide 44,5 EUR. 


Saucony Endorphin Pro vs. New Balance 1400v6 (RTR Review)

Da man den Endorphin Pro auch auf kürzeren Distanzen laufen kann, hier noch ein Vergleich zu meinem bisherigen Wettkampfschuh für 5 und 10km. Der 1400v6 ist dabei deutlich leichter und direkter und deshalb trotz schlechterer Mittelsohlentechnologie ein ebenbürtiger Schuh auf diesen Distanzen. Gleichzeitig ist er um längen günstiger, wird aber auch nicht so lange halten. Ich würde den New Balance nicht über den Halbmarathon hinauslaufen, auch wenn er von den New Balance Profis in der Vergangenheit oft für den Marathon genutzt wurde. 1400v6 für 5km und 10km Wettkämpfe, Endorphin Pro für (Halb-) Marathon. Oder einfach Endorphin Pro für alles. 1400v6 EUR 44, Endorphin Pro EUR 44,5.


YouTube Playlist mit englischsprachigen Laufschuhtests HIER


Die Laufbiographien aller RTR-Tester könnt ihr hier lesen. 

Den Schuh, der Grundlage dieses Tests ist, habe ich auf meine eigenen Kosten im Fachhandel erworben. Die dargestellten Meinungen sind meine eigenen.

Ich freue mich über Kommentare und Fragen in der Kommentarrubrik.

Um bestmöglich auf eure Fragen einzugehen, nennt nach Möglichkeit euer Laufpensum, Geschwindigkeiten, Renndistanzen und eure aktuellen Schuhe.

 

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