Sunday, November 22, 2020

Testbericht: ASICS GT-2000 9 - Weniger ist manchmal mehr!

 Article by Nils Scharff

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ASICS GT-2000 9 (140€)

Einleitung

Der ASICS GT-2000 ist für mich schon immer ein sehr unaufgeregter Schuh. Er steht oftmals im Schatten seines großen Bruders, dem Kayano. Neue (und teure) Technologien halten in der Regel zuerst im deutlich teureren Kayano Einzug. Falls sie es überhaupt in die günstigeren Stabilitätsschuhe der Japaner schaffen. Doch manchmal ist weniger auch mehr. Und vor allem wenn es um überbordende Stabilitäts-Technologien geht, können diese nach meiner Erfahrung beim Läufer eher Probleme verursachen, als zu helfen. Ich überproniere selbst leicht am rechten Fuß und habe mich bisher immer stabilen, aber weniger stark eingreifenden Schuhen am wohlsten gefühlt. Einer meiner Allzeit-Favoriten ist der Brooks Ravenna 9. Der GT-2000 könnte genau in diese Kategorie fallen. Wie meine Erfahrung in ASICS stabilem Dailytrainer waren und ob er vielleicht sogar den Ravenna herausfordern konnte, könnt ihr im Folgenden erfahren.


Pro & Contra

Pro:

Sehr weiches und bequemes Obermaterial!

Super Flexpunkt im Vorfuß!

Genau das richtige Maß an Stabilität und dabei trotzdem unaufdringlich!

Starke Vibrationsdämpfung!

Nicht butterweich, bietet aber trotzdem sehr viel Schutz!

Mutmaßlich sehr langlebig!

Contra:

Ich würde mir ein wenig mehr Esprit in der Mittelsohle wünschen!

Viel zu dicke Zunge!

Grenzwertig breit im Vorfuß!


Tester: Nils Scharff

Ich bin 30 Jahre jung, gebürtig aus Kassel, verheiratet mit einer wunderbaren Ehefrau und mache seit mittlerweile 5 Jahren Heilbronn und seine umliegenden Weinberge laufend unsicher. Ich habe schon mein ganzes Leben lang alle möglichen Sportarten betrieben, oft 5-7 Mal die Woche. Neben dem Laufen sind seit einigen Jahren das Klettern und Bouldern meine Sportarten. Als Läufer sehe ich mich seit erst drei Jahren. Begonnen hat alles mit einem Firmenlauf, in den ich nicht ganz unvorbereitet starten wollte. Ab dem Punkt habe ich einfach nicht mehr aufgehört. In 2017 waren es „nur“ knapp 1000 Laufkilometer, in 2018 das Doppelte, 2019 schon das Dreifache. Wichtig während all dieser Kilometer sind mir, egal ob auf Trail oder Straße, vor allem das Abschalten und die Bewegung in der Natur. Auf dem Laufband oder mit Kopfhörern werdet ihr mich nur sehr selten antreffen. Ich bin in der Zwischenzeit vier Marathons gelaufen, die PB von 3:14:49h habe ich dieses Jahr trotz Corona im Rahmen eines #stayathomemarathons aufgestellt. Im Wettkampf laufe ich grundsätzlich alle Distanzen von 5km (17:32min), 10km (37:32min) über Halbmarathon (1:25:07h) bis eben zum Marathon. Nachdem jedoch alle meine geplanten Wettkämpfe diesen Sommer abgesagt wurden, habe ich mich etwas umorientiert und zu meinem ersten Trail-Marathon angemeldet. Deshalb standen zuletzt mehr Berge, Trails und Trailschuhe auf dem Programm.

 

Daten

Gewicht:

  Offiziell: 281g (Herren US9) / 221g (Damen US8)

  Testschuh: 287g (Herren EU 44 / US 10)

Sprengung: Herren 10mm (Laut ASICS: 12mm Vorfuß / 22mm Ferse; Laut Runningwarehouse: 19mm Vorfuß / 29 mm Ferse - Nachmessen ist wie immer schwierig! Ich komme dabei inkl. Innen- und Außensohle jedoch deutlich näher an die RW-Werte oder sogar noch darüber!)

Release: Verfügbar im Fachhandel für 140€


Erster Eindruck und Passform

So unaufgeregt wie der ASICS GT-2000 9 ist, so wenig aufgeregt war ich ehrlicherweise auch, als ich ihn in der Post hatte. Weder strotzt der Schuh vor Features, auf die man sich freuen könnte, noch besticht er durch eine außergewöhnliche Optik. Ganz im Gegenteil: Er sieht halt einfach aus wie ein klassischer Altherren-ASICS. Trotz der positiven Entwicklungen, die man bei anderen Modellen wie bspw. der gesamten Blast-Serie gemacht hat, wollten die Designer hier anscheinend nichts riskieren. Versteht mich nicht falsch. Der Schuh sieht auch nicht schlecht aus. Und ich muss gestehen, dass mir vor allem das kräftige Blau im Laufe der Zeit immer besser gefällt. Aber ich würde im Laufladen nicht deshalb zum ASICS GT-2000 9 greifen, weil er mir so sehr ins Auge springt.

 

Positiv beim Auspacken aufgefallen ist mir, dass ASICS genauso wie schon beim Metaracer auf den umweltfreundlichen, naturfarbenen Karton setzt!

 

Größe und Passform sind so, wie man es sich wünscht. In meiner ASICS Standardgröße 44 EUR passt fast alles wie erwartet. Ferse und Mittelfuß werden perfekt gehalten und sind außerdem bequem, aber nicht unnötig stark gepolstert. Das Obermaterial im Vorfuß fühlt sich super bequem an und bietet ausreichend Platz um mit den Zehen zu wackeln. Dabei ist der Vorfuß zumindest für mich fast schon zu breit. Ich muss die Schnürung im Vorfuß ganz schön zusammenziehen, damit ich ausreichend Halt habe. Dabei entsteht eine Falte im Obermaterial, die man am Fuß jedoch überhaupt nicht spürt. Wer von euch breitere Füße hat, wird vermutlich sehr glücklich mit dem GT-2000 9 werden! Und alle anderen kommen, so wie ich, vermutlich auch zurecht.

 

Obermaterial

Das zweilagige Obermaterial fühlt sich wirklich hervorragend am Fuß an. ASICS beschreibt das mit “Premium Passform” und dem kann ich guten Gewissens zustimmen. Vor allem im Vorfuß kommt beim Schnüren das Gefühl auf, dass es fast schon zu weich und nachgiebig ist. Beim Laufen bestätigt sich das jedoch nicht, der Seitenhalt ist sehr gut.

 

Die sichtbare Außenschicht des Materialmixes, ist ein relativ grobmaschiges Jacquard-Mesh, dessen große Löcher für eine gute Belüftung sorgen. Für das derzeitige Herbstwetter fühlt sich der Schuh in Sachen Wärme / Luftdurchlässigkeit genau richtig an. Wie er sich im Sommer bei heißen Temperaturen schlägt, kann ich nicht sagen. Die großen Luftlöcher sprechen für eine gute Atmungsaktivität. Jedoch ist die innere Materialschicht verhältnismäßig dick. So sorgt dieser innere Liner für einen top Halt im Schuh, könnte jedoch auch Schuld an heißen Füßen im Sommer sein. Darüber hinaus verhindert das innen liegende Material, dass man den Socken durch die groben Maschen der äußeren Schicht sieht, verringert die Reibung am Fuß und sorgt für ein sehr angenehmes Tragegefühl.

Beide Materialschichten zusammen sind leicht dehnbar und schmiegen sich so angenehm um den Fuß. Die eingearbeitete Zehenkappe ist so gut wie unsichtbar, wirkt aber relativ robust und verspricht so guten Schutz. Man spürt sie überhaupt nicht, sie tut also genau was sie soll!

 

Im Mittelfuß wird das Material beidseitig von einem stark auftragenden ASICS Logo verstärkt. Dieses zieht sich von der ebenfalls verstärkten Schnürung bis hinunter zur Sohle und nach hinten bis in den Fersenbereich. So wird die Stabilität der steifen Fersenkappe aufgegriffen und bis in den Mittelfuß hinein erweitert. Der Seitenhalt im Mittelfuß wird so zu einem der herausragenden Merkmale dieses Schuhs.

 

Die Ferse selbst ist natürlich auch sehr steif und bombensicher, wie man es von ASICS Stabilitätsschuhen gewohnt ist. Die Fersenkonstruktion, die ASICS “Heel Clutch Counter” nennt, kann ich gar nicht wirklich beschreiben. Sind es nur die stark strukturierten externen Verstärkungen, die das ganze so versteifen oder liegt darunter auch noch eine Plastikkappe? Ich vermute zweiteres. Fest steht, dass sich diese Struktur bis weit um die Ferse herum zieht und nach oben hin auch in Richtung Schnürung noch weiter verstärkt wird. ASICS hat hier wirklich alles gegeben um dem Läufer Halt und Stabilität zu bieten. Und dabei fühlt es sich steif an, wie es sich anhört. Auch der grad an Polsterung ist wirklich gut getroffen. Es ist genug Polsterung da um auch hier dem Stichwort “Premium Passform” gerecht zu werden. Gleichzeitig hat ASCIS es jedoch vermieden hier zu viel Polsterung zu verbauen, wie ich es bspw. in einigen aktuellen Saucony Modellen kritisiert habe.

 

Ach und ein weiterer Punkt zur Ferse: Hier hat ASICS reflektierende Elemente für die Sichtbarkeit im dunkeln eingearbeitet. Das finde ich top und sollte meiner Meinung nach Bestandteil eines jeden Laufschuhs sein!

Die Zunge des ASICS GT-2000 9 ist leider nicht seitlich mit dem Rest des Schuhs vernäht. Sie wird lediglich durch die Schnürsenkel am verrutschen gehindert - was bisher aber auch keinerlei Problem dargestellt hat. Wo ASICS beim Rest des Schuhs genau das richtige Maß an Polsterung gefunden hat, hat man sich bei der Zunge jedoch etwas vergriffen. Auf der Haben-Seite steht, dass man vom Druck der wurstartigen Schnürsenkel nichts spürt. Dafür ist die Zunge jedoch sehr, sehr dick und darüber hinaus auch noch tendenziell zu lang. Hier hätte man deutlich an Material und somit an Gewicht sparen können. 

 

Mittelsohle

Fast genauso wie bei seinem großen Bruder Kayano, hat der GT-2000 9 im Mittelsohlenbereich einiges zu bieten. Die Mittelsohle besteht nicht nur einfach aus einem Stück Schaum, sondern ist aus diversen Schichten bzw. Technologien zusammengesetzt. Was im Vergleich zum Kayano fehlt, ist die oberste Schicht aus weicherem FlyteFoam Propel. Stattdessen kommt im GT-2000 9 “nur” reguläres FlyteFoam zum Einsatz. Die Dämpfung ist dadurch etwas weniger weich und direkter. Sowohl im Fersen- (sichtbar) als auch im Vorfußbereich (unsichtbar) ist - ASICS typisch - Gel in diese FlyteFoam Schicht eingearbeitet, um Vibrationen zu Dämpfen und Schocks zu absorbieren.

Diese Gel-Schicht in der Ferse ist auf der lateralen Seite (außen) dicker als auf der medialen Seite (innen) und wirkt so einfach gesagt als umgekehrte, mediale Stütze. Statt traditionell durch einen härteren Block auf der medialen Seite die Überpronation zu unterbrechen, wird dem Fuß auf der lateralen Seite eine Möglichkeit zum Ausweichen gegeben. Im Vergleich zum Kayano ist die Gel-Einlage etwas dünner und zieht sich auch weniger weit von der Ferse in Richtung Mittelfuß. Die Pronationskontrolle ist dadurch moderater gestaltet und der GT-2000 9 deshalb problemlos auch für Neutralläufer nutzbar. 

 

Das sog. Guidance Trustic System, eine Art abgeschrägte Verbindungsplatte aus Hartplastik, die unter dem Mittelfußbereich angesiedelt ist, sorgt zusätzlich für Verwindungssteifheit und Kraftübertragung. Die Platte ist leicht nach oben gebogen, wodurch Sie zur Unterstützung des Fußgewölbes beiträgt. Auf der medialen Seite ist ist zudem ausgeprägter, wodurch ein zusätzlicher Stabilitätseffekt erzeugt wird. Und ähnlich wie man es bspw. von adidas’ “Torsion System” kennt, sorgt sie für einen gewissen “Pep” im Abrollvorgang.

Im wahrsten Sinne des Wortes abgerundet wird das ganze nach oben hin von einer um die Ferse herum hochgezogenen OrthoLite-Innensohle, die für zusätzlichen Halt und Komfort sorgt.


Außensohle

Hier kann ich fast zu 100% meine Worte aus dem ASICS Gel-Kayano 27 Testbericht übernehmen, so ähnlich sind sich beide Schuhe in der Gestaltung der Außensohle. Auch im ASICS GT-2000 9 performt das sog. AHAR - ASICS High Abrasion Rubber - gut und unauffällig. Ich bin mittlerweile der Meinung, dass AHAR neben dem Continental-Gummi von adidas die beste Gummimischung in (Straßen-) Laufschuhen ist. Ich hatte bisher auf allen Untergründen, ob nass oder trocken, genügend Traktion. Und nach mittlerweile über 70km im GT-2000 sieht man kaum Abnutzungserscheinungen. Erwähnenswert sind an dieser Stelle trotzdem nochmal zweierlei Dinge (genauso wie beim Kayano):

 

  1. Das schon im Kapitel zur Mittelsohle erwähnte Guidance Trustic System, das man wunderbar im Mittelfußbereich erkennen kann. Dieses sitzt tatsächlich etwas oberhalb des Sohlenlevels (es schwebt also in der Luft) und hat so die Möglichkeit bei Belastung nachzugeben. Das ganze ist hier etwas anders gestaltet im Kayano und sieht aus wie ein N oder Z und heißt deshalb auch anders (im Kayano: Space Trustic System). Die Wirkung fühlt sich jedoch ganz genauso an.

  2. Was auch schon im Kayano als herausragendes Merkmal für einen Stabilitätsschuh war, gilt genauso für den ASICS GT-2000 9: Sowohl Vorfuß, als auch Ferse, sind segmentiert und sorgen so für einen geschmeidigeren Abrollvorgang.

 

Außerdem sichtbar ist eine Führungslinie bzw. -Kerbe, die sich durch Ferse und Mittelfuß zieht und so weiter positiv auf ein stabiles Laufgefühl einwirkt. Im Vergleich zum Kayano ist diese Kerbe im ASICS GT-2000 9 weiter auf der lateralen Seite positioniert, was zumindest für mich sogar einen Stabilitätsvorteil im Vergleich zum Kayano bietet. Denn mein Abrollvorgang läuft sozusagen diagonal durch den Schuh. Von der medialen Seite (Innenseite) an der Ferse bis zur lateralen Seite im Vorfuß. Und wenn mein Vorfuß stabil und mittig gehalten wird, bedeutet das auch eine weniger ausgeprägte Überpronation an der Ferse.

 

Laufgefühl

ASICS beschreibt den GT-2000 9 als unterstützend, reaktionsfreudig, leicht und für Läufer, die einen natürlichen Abrollvorgang schätzen. Gerade letzteres steht oft im Gegensatz zum klassischen Stabilitätsschuh. Doch ASICS schafft es, durch die starke Segmentierung der Außensohle und bis tief in die Mittelsohle ragende Flexkerben, genau dies im GT-2000 9 zu erreichen. Ich habe schon den Abrollvorgang des diesjährigen Kayano hoch gelobt und der GT-2000 toppt den Kayano sogar noch! Dadurch macht der ASCIS GT-2000 9 richtig Spaß und das obwohl er ein eher härteres, direkteres Mittelsohlenmaterial ohne viel Bounce benutzt.


Für Läufe jenseits der 20km würde ich mir eine etwas nachgiebigere Mittelsohle für mehr Komfort wünschen. Allerdings bedeutet eine weichere Dämpfung auch immer weniger Stabilität und genau diese braucht man am Ende der langen Läufe. Vielleicht hat ASICS deshalb hier auch schon genau die goldene Mitte getroffen, was dieses Verhältnis von Komfort zu Stabilität angeht. Ein weicherer Schuh müsste für das gleiche Ergebnis noch weiter in die Bewegungsabläufe eingreifen. Der ASICS Gel-Kayano 27 macht genau das und das führte bei mir leider zu Knieschmerzen auf längeren Läufen. Von diesen ist im ASICS GT-2000 9 nichts zu spüren! ASICS hat schon im Kayano einen richtig guten Job gemacht, die verwendeten Technologien möglichst unaufdringlich zu gestalten. Und er GT-2000 9 trifft für mich an dieser Stelle einfach die noch bessere Balance. Der Kayano war mir an der ein oder anderen Stelle einfach zu viel des Guten, der ASICS GT-2000 9 fühlt sich dagegen genau richtig an!

 

Zusammenfassung und Empfehlung

Während mich der große Bruder des ASICS GT-2000 9 noch durch seine unaufdringliche Art und den tollen Flexpunkt im Vorfuß überrascht hat, hat er gleichzeitig Erwartungen an den GT-2000 bei mir geweckt. Ich habe erwartet, dass der ASICS GT-2000 9 genau diese positiven Merkmale des Kayano aufgreift und gleichzeitig meine damaligen Kritikpunkte adressiert: Diese lauteten “zu viel Polsterung und Gewicht”, etwas zu starker Eingriff in meine Bewegungsabläufe und dadurch Knieschmerzen. Und was soll ich sagen? ASICS hat mit dem GT-2000 9 genau das geliefert! 


Der ASICS GT-2000 9 kann vom Tempolauf bis zur langen Sonntagsrunde alles, was man von ihm verlangt. Und jede/r Läufer/in, der/die genau einen Stabilitätsschuh für fast alle Läufe sucht, sollte sich den ASICS GT-2000 9 auf jeden Fall Mal näher anschauen. Klar, ich werde für fast jeden Lauf den ich absolviere einen besseren Schuh im Regal finden. Aber vermutlich keinen einzigen, den ich gedankenlos so flexibel in so vielen Situationen einsetzen kann und der gleichzeitig so viel Stabilität bietet. Der ASICS GT-2000 9 bietet zumindest mir alles, was ich von einem Stabilitätsschuh (für das tägliche Training) erwarte. Ich gehe sogar so weit, dass ich ihn nur knapp unter einem meiner Allzeit-Favoriten, dem Brooks Ravenna 9, einordne!

 

Wertung 9,6/10 (-0,1 für die nicht vernähte und zu dicke Zunge; - 0,2 für etwas zu wenig Energierückgewinnung im Mittelsohlenmaterial; -0,1 für weiteres Potential beim Gewicht)

Ich kann am ASICS GT-2000 9 kaum größere Baustellen finden. Klar, im kommenden Modell dürfte gern die Zunge vernäht sein und auch bei der Atmungsaktivität des Obermaterials ist sicher noch was drin. Und weniger Gewicht ist immer gut. Aber man merkt einfach, dass der GT-2000 schon seit knapp 30 Jahren Teil von ASICS Produktportfolio ist und seitdem kontinuierlich weiterentwickelt wurde. Vor dem Hintergrund der heute modernen, weichen Mittelsohlenmaterialien wünscht man sich natürlich etwas mehr Bounce und Energierückgewinnung herbei. Aber das scheint aus ASICS Sicht zur Zeit nicht ohne Einbußen bei der Stabilität machbar zu sein. Das kann ich durchaus verstehen, aber in dem Fall wäre ein Material mit vermeintlich gleichen Eigenschaften wie das heutige FlyteFoam schön, jedoch mit noch weniger Gewicht.


Vergleiche


ASICS GT-2000 9 vs. ASICS Gel-Kayano 27 (German Review)

Auf diesen Vergleich bin ich jetzt wirklich lang und breit eingegangen. Beide Schuhe ähneln sich immens. Für 40€ mehr bekommt man im Kayano etwas mehr Komfort durch noch weichere Materialien, sowie noch mehr Bewegungskontrolle. Für mich ist das zu viel, deshalb gewinnt für mich der GT-2000. Beide EUR 44.


ASICS GT-2000 9 vs. Brooks Ravenna 9 (English Review)

Im Ravenna bin ich meine ersten beiden Marathons gelaufen, weshalb er einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen hat. Aber ich muss sagen, der GT-2000 ist der erste Schuh den ich laufe, der  fast an “meinen” Ravenna herankommt. Der Ravenna ist immernoch ein bisschen leichter und die Mittelsohle hat das gewisse etwas, das ich mir vom GT-2000 wünsche. Er läuft sich deshalb etwas dynamischer. Der ASICS hat aber tatsächlich den besseren Flexpunkt im Vorfuß und das bessere Obermaterial. Leider sind die aktuelleren Versionen des Ravenna deutlich schlechter als die neunte Variante. Wenn ihr den 9er noch irgendwo findet, kauft den Ravenna. Ansonsten werdet ihr mit dem GT-2000 aber auch glücklich werden. Ravenna 44,5 EUR; GT-2000 44 EUR.

 

ASICS GT-2000 9 vs. Salomon Predict RA (English Review)

Der Predict ist kein Stabilitätsschuh per se, sondern arbeitet mit einem ausgeklügelten System von entkoppelten Einzelkomponenten in der Sohle. Diese sind den Fußknochen nachempfunden. Das hat für mich hervorragend funktioniert - einer der stabilisten Schuhe, den ich jemals getragen habe. Beide Schuhe haben hervorragende Obermaterialen, Verarbeitungsqualität und Haltbarkeit. Beide lassen ein wenig “pop” in der Mittelsohle vermissen. Der GT-2000 läuft sich etwas dynamischer. Beide 44 EUR.


ASICS GT-2000 9 vs. Saucony Endorphin Shift (German Review)

Auch hier wieder - ein sehr stabiler Neutralschuh und einer meiner Lieblingsschuhe dieses Jahr. Der Shift bietet mehr Dämpfung, schafft es aber durch die Speedroll Technologie auch schnellere Geschwindigkeiten hervorragend abzubilden. Wer ein klassischeres Laufgefühl mag oder einen Schuh für alles sucht, wählt den GT-2000. Wer etwas vor allem für längere Läufe sucht und einen zweiten, schnelleren Schuh in seiner Rotation hat, wählt den Shift. GT-2000 44 EUR; Shift 44,5 EUR.


ASICS GT-2000 9 vs. ASICS GEL-DS Trainer 23 (English Review DS-24)

Ein deutlich leichterer Stabilitätsschuh von ASICS. Man merkt, dass sich bei den Japanern mittlerweile ganz schön viel getan hat. Während im DS Trainer die einfache mediale Stütze noch sehr deutlich zu spüren war, ist der GT-2000 fein abgestimmt. Auch jegliche Materialien wirken im GT-2000 deutlich hochwertiger. Lediglich das Gewicht spricht für den DS Trainer. Beide 44 EUR. 


YouTube Playlist mit englischsprachigen Laufschuhtests HIER


Die Laufbiographien aller RTR-Tester könnt ihr hier lesen. 

Der Schuh, der Grundlage dieses Tests ist, wurde mir von ASICS kostenlos zur Verfügung gestellt. Die dargestellten Meinungen sind meine eigenen.

Ich freue mich über Kommentare und Fragen in der Kommentarrubrik.

Um bestmöglich auf eure Fragen einzugehen, nennt nach Möglichkeit euer Laufpensum, Geschwindigkeiten, Renndistanzen und eure aktuellen Schuhe.

 

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